13.03.2026, Berlin

On Justice #9 Wolfgang Kaleck: Die Stärke des Rechts versus das Recht des Stärkeren

Berlin
13.03.2026, 19:00 Uhr
HAU1 Hebbel am Ufer
Stresemannstraße 29, 10963 Berlin

In Zeiten globaler Krisen gerät das Völkerrecht unter Druck. Hat das Recht noch die Kraft, Gewalt und Machtpolitik zu begrenzen? Wolfgang Kaleck diskutiert über Menschenrechte, die völkerrechtliche Friedensordnung und neue Bündnisse für eine gerechtere Zukunft.

Die geopolitische Situation hat sich in den letzten Jahren dramatisch verändert. In der neuen multipolaren Konstellation mit einem erstarkten Asien, allen voran China, und einem gespaltenen Westen ist auch nach der zukünftigen Bedeutung des Völkerrechts zu fragen. Allerdings war die Welt für viele Menschen nie in Ordnung und die letzten Jahrzehnte waren voller Regelbrüche wie Kriege und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Der völkerrechtswidrige Angriff Russlands auf die Ukraine, die Kriegsverbrechen Israels in Gaza, auf der Westbank und im Iran, die Intervention der USA in Venezuela sprechen dafür, dass das Völkerrecht und die Menschenrechte zunehmend missachtet werden. In dieser viel beschworenen Zeitenwende stellt sich die fundamentale Frage, ob das internationale Recht stark genug ist, diesem Sturm zu widerstehen, oder in Zukunft einfach das Recht des Stärkeren gilt.

Wolfgang Kaleck, einer der international renommiertesten Menschenrechtsanwälte, argumentiert in seiner Streitschrift, dass Völkerrecht und Menschenrechte nicht zur Disposition stehen dürfen, gerade weil sie im Kern einen immensen Fortschritt auf dem Weg zu einer gerechteren Welt darstellen – trotz aller Ambivalenzen, Erschütterungen und Rückschläge. Er plädiert dafür, den Kern des Völkerrechts, also das Gewaltverbot und das Selbstbestimmungsrecht der Völker, das Folterverbot und die internationale Gerichtsbarkeit pragmatisch in großen Koalitionen zu verteidigen. Allerdings schlägt er vor, ein darüber hinausgehendes utopisches Projekt einer sozial gerechten gewaltfreien Welt zu entwickeln.

Aus Anlass der Präsentation seines neuen Buches “Die Stärke des Rechts versus das Recht des Stärkeren – Plädoyer für Völkerrecht und Menschenrechte”, das am 12. März im Kunstmann Verlag erscheint, spricht Wolfgang Kaleck am HAU mit Gästen über Menschenrechte und die völkerrechtliche Friedensordnung. Aber bieten Zeitenwenden – und eine solche zeichnet sich ab – nicht auch Chancen für positive Veränderungen? Um diese zu ergreifen, soll an diesem Abend auch über neue Bündnisse und Netzwerke aus sozialen Bewegungen, institutionellen Akteur*innen und Expert*innen aus Recht, Kunst, Ökologie, Feminismus und Postkolonialismus gesprochen werden.

Buchpremiere mit Wolfgang Kaleck, Andrian Kreye, Luisa Neubauer, Mithu M. Sanyal
Moderation: Pauline Jäckels

Anmeldung und Tickets: https://hebbel-am-ufer-tickets.reservix.de/p/reservix/event/2515943?_locale=de

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