Die gewaltsame Verfolgung von LGBTQ in Tschetschenien – Deutschland muss ermitteln

21.04.2021, 19:00 Uhr

Seit Jahren begehen Regierungskräfte in Tschetschenien, einer autonomen Republik in Russland, schwere Menschenrechtsverletzungen gegen die Zivilbevölkerung – und LGBTQ stehen immer mehr im Fokus der Gewalt. Insbesondere schwule und bisexuelle Männer werden von Sicherheitskräften unrechtmäßig inhaftiert, gefoltert oder sexualisierter Gewalt ausgesetzt. Denn: Homo- oder Bisexualität passen laut dem Regime nicht zum tschetschenischen Geschlechterrollenbild und sollten darum unterdrückt und bestraft werden.  

Überlebende fliehen oft aus ihrer Heimat. Auch ihre Familien werden bedroht – wenn sie nicht dem Druck der Regierungskräfte nachkommen, ihre Angehörigen zu „bestrafen“, verstoßen oder sogar zu ermorden. Keine einzige der Straftaten gegen über 150 Personen wurde bisher effektiv untersucht, kein einziger Täter wurde dafür zur Rechenschaft gezogen. 

Die Verbrechen gegen die LGBTQ-Gemeinschaft in Tschetschenien sind Völkerrechtverbrechen. Wie kann Deutschland kann dabei helfen, die Verbrechen aufzuarbeiten und die Täter zur Verantwortung zu ziehen? Wie ist die aktuelle Situation für die Betroffen vor Ort in Tschetschenien? Und wie können queere Menschen, die vor Gewalt und Verfolgung nach Deutschland flüchten, besser geschützt werden? Darüber diskutieren in einer gemeinsamen Veranstaltung des Lesben- und Schwulenverbands (LSVD) und des European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR): 

Veronika Lapina, Menschenrechtsverteidigerin, Sphere Foundation/Russian LGBT Network  

Patrick Dörr, Experte für Asylrecht , LSVD-Bundesvorstand  

Wolfgang Kaleck, Rechtsanwalt und Generalsekretär des ECCHR 

Moderation: Caroline Ausserer, Journalistin  

Im Anschluss zeigen wir den Dokumentarfilm „Welcome to Chechnya“ (Gewinner Berlinale 2020, Panorama Publikums-Preis) des Regisseurs David France, der LGBTIQ-Aktivist*innen und Betroffene in Tschetschenien begleitet. 

Die Veranstaltung findet auf Englisch und online via Zoom statt. In der Paneldiskussion wird die Anonymität der Teilnehmenden gewahrt: Teilnehmende werden nicht öffentlich sichtbar sein, Fragen können anonym an die Moderation im Chat gesendet werden. 

Die Anmeldung ist geschlossen. Falls Sie dennoch kurzfristig teilnehmen wollen, senden sie eine E-Mail an: event@ecchr.eu

Rupture and reckoning: 20 years of Guantánamo

11.09.2021, 15:00 Uhr

Eine interdisziplinäre Veranstaltungsreihe über das Erbe des berüchtigten Gefangenenlagers und die US-Terrorismusbekämpfungspolitik zwei Jahrzehnte nach dem 11. September 

Genau vier Monate nach den…

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22.09.2021, 18:00 Uhr

Veranstaltungsreihe, Mai – November 2021

Menschenrechte sind eine konkrete Utopie – sie gilt es zu verteidigen. Nur wie, in Zeiten tiefgreifender globaler Umbrüche? Können wir die aktuellen Krisen…

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