Bochum , Dortmund , Genf , Rom

Eine Woche für Gerechtigkeit

Veranstaltung

04.12.2018, 12:00 Uhr

Landgericht Dortmund

Eine Woche für Gerechtigkeit

Anhörung im Prozess gegen KiK am 29. November 2018: Pakistanische Kläger_innen sprechen in Genf, Dortmund und Rom

Von Pakistan über Deutschland nach Italien – der Weg der Überlebenden und Betroffenen des Fabrikbrands bei Ali Enterprises in Karatschi (Pakistan) ist in jeder Hinsicht lang. Am 11. September 2012 starben mehr als 250 Arbeiter_innen weil Brandschutz und Fluchtwege in der Fabrik miserabel waren. Jetzt fordern die Betroffenen Gerechtigkeit – auch in Deutschland und Italien. Denn Ali Enterprises produzierte vorwiegend für das deutsche Textilunternehmen KiK und erhielt nur wenige Wochen vor dem Brand vom italienischen Prüfdienstleister RINA ein Gütesiegel für die Sicherheitsstandards in der Fabrik.

Kurze Zeit nach dem Brand in Pakistan stürzte der Fabrikkomplex Rana Plaza in Dhaka (Bangladesch) ein. Mehr als 1.130 Arbeiter_innen starben. Der Fabrikbrand in Karatchi und der Fabrikeinsturz in Dhaka sind exemplarisch für die Haftungsmängel in Lieferketten für den nordamerikanischen und europäischen Markt. Für den Konsum im Globalen Norden bezahlen im Globalen Süden Menschen mit ihrem Leben. Immerhin: Beide Fälle rüttelten die Öffentlichkeit im globalen Norden auf. Im Globalen Süden schlossen sich Arbeiter_innen, lokale Verbände und Betroffenenorganisationen mit internationalen Hilfs-, Kampagnen- und Menschenrechtsorganisationen zusammen. Gemeinsam nutzen sie verschiedene rechtliche Mittel und Wege, kämpfen für Gerechtigkeit für die Überlebenden und Hinterbliebenen.

Eine dieser rechtlichen Interventionen ist die Zivilklage von pakistanischen Betroffenen gegen KiK in Deutschland. Am 29. November 2018 wird das Landgericht Dortmund den Fall erstmals mündlich verhandeln. Die Kläger_innen werden aus Pakistan anreisen, um an dem Prozess teilzunehmen und sich persönlich an die deutsche Öffentlichkeit zu wenden. Zuvor sprechen sie in Genf auf bei der Eröffnung des jährlichen UN-Forums für Wirtschaft und Menschenrechte.

Nach der Anhörung in Dortmund reisen die Betroffenen weiter nach Rom, zu einem Gespräch mit der Nationalen Kontaktstelle (NKS) für OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen. Im September 2018, am sechsten Jahrestag des Brandes, hatten die Pakistaner_innen gemeinsam mit einer Koalition internationaler Organisationen dort eine OECD-Beschwerde gegen RINA eingereicht.
 
Auf ihrer Reise durch Europa berichten die pakistanischen Kläger_innen in einer Reihe von Foren und Veranstaltungen über ihren Fall sowie über die transnationalen Strategien im Kampf um Gerechtigkeit für die Arbeiter_innen in den globalen Lieferketten.

Programm

26. November 2018, Genf

10:00 Uhr: UN-Forum für Wirtschaft und Menschenrechte


28. November 2018, Dortmund/Bochum

10:00 Uhr: Pressekonferenz, Schauspiel Dortmund

13:30 Uhr: Symposium "Strategies of Justice – Fighting factory Disasters in South Asia" (D/EN), Ruhr-Universität Bochum

Weitere Informationen und Programm hier.

20:00 Uhr: "BLACKBOX: Menschenrechte vor Profit", Filmscreening und Diskussion (D/EN), Schauspiel Dortmund

Weitere Informationen, Anmeldung und Programm hier.

29. November 2018, Dortmund

12:00 Uhr: Öffentliche Anhörung, Landgericht Dortmund


3. Dezember 2018, Rom

10:30 Uhr: Pressekonferenz

Die Veranstaltungen finden statt in Kooperation mit: Friedrich-Ebert-Stiftung, medico international, Clean Clothes Campaign, NTUF, AEFFAA, Abiti Puliti, Movimento Consumatori, Ruhr-Universität Bochum, Schauspiel Dortmund.

HINWEIS: Die Veranstaltungen sind nicht ausgebucht. Bitte informieren Sie sich auf den Detailseiten zur Anmeldung.

Stockholm

Accountability for torture in Syria – Sweden's role in the struggle against impunity

Podiumsdiskussion

20.02.2019, 18:00 Uhr

Medelhavsmuseet
Fredsgatan 2, Stockholm, Sweden

Torture, enforced disappearances and executions of political opponents, journalists, and other civilians are only some of the crimes committed by the government of Syria's president Bashar al-Assad...

Law versus Power

Buchpräsentation

06.02.2019, 19:00 Uhr

Wolfgang Kaleck, ECCHR's founder and General Secretary is presenting his new book LAW VERSUS POWER – Our Global Fight for Human Rights in the US and Berlin. 

Wolfgang Kaleck, best known as Edward...

Berlin

"Law versus Power" – Buchvorstellung Wolfgang Kaleck

Buchpräsentation

06.02.2019, 19:00 Uhr

Denkerei
Oranienplatz 2, 10999 Berlin

Im Februar erscheint Law versus Power, die englische Übersetzung von Wolfgang Kalecks Mit Recht gegen die Macht. In dem Buch beschreibt der Gründer und Generalsekretär des ECCHR, warum und wie er...

Berlin

Fünf Jahre nach den tödlichen Push-Backs von Ceuta: Die spanisch-marokkanische Grenzpolitik heute

Podiumsdiskussion

04.02.2019, 18:30 Uhr

European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR)
Zossener Str. 55-58 (Aufgang D), 10961 Berlin

Am 6. Februar 2014 töteten spanische Beamt_innen der Guardia Civil mindestens 15 Flüchtende und Migrant_innen bei brutalen Push-Backs (völkerrechtswidrige Zurückweisung) an der spanisch-marokkanischen...

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