Indien - Pestizide - Syngenta

Vergiftungswelle in Yavatmal

Betroffene gehen gegen Syngenta vor

Im zentralindischen Yavatmal erlitten 2017 hunderte Landarbeiter*innen teils schwere Vergiftungen. Behördliche Dokumente belegen: Das Pestizid Polo des Schweizer Chemiekonzerns Syngenta spielte eine wichtige Rolle. Deswegen haben 51 Familien am 17. September in der Schweiz eine Schadensersatzklage und eine OECD-Beschwerde gegen Syngenta eingereicht.

Indischer Bauer versprüht Insektizid – ohne Schutzkleidung © Public Eye / Atul Loke / Panos Pictures

Pakistan - Textilindustrie - RINA

Noch immer keine Gerechtigkeit wegen Fabrikbrand in Pakistan

Seit acht Jahren kämpfen Überlebende und Hinterbliebene des Fabrikbrands beim KiK-Zulieferer Ali Enterprises in Pakistan um Anerkennung und Gerechtigkeit. In Deutschland wurde eine Zivilklage gegen KiK wegen Verjährung abgewiesen, doch in Pakistan läuft noch das Strafverfahren gegen die Fabrikbesitzer und in Italien eine OECD-Beschwerde gegen den Zertifizierer RINA.

Gedenken am 6. Jahrestag des Fabrikbrands bei KiK-Zulieferer in Pakistan. © Foto: ECCHR

Positionspapier – Lieferketten – Corona

Höhere Gewalt: Globale Textilunternehmen vernachlässigen Arbeiter*innen

Der eigene Profit ist den meisten Unternehmen im Globalen Norden wichtiger als die Arbeiter*innen im Globalen Süden, die seit Jahrzehnten diese Profite erst möglich machen. Das zeigt das Positionspapier „Farce majeure: How global apparel brands are using the COVID-19 pandemic to stiff suppliers and abandon workers“. Die Autor*innen erläutern darin, wie transnationale Textilunternehmen (z.B. Primark oder Arcadia) ihre Zulieferer und Arbeiter*innen in der Corona-Pandemie im Stich ließen, Verträge mit dem unzulässigen Verweis auf „höhere Gewalt“ annullierten und Zahlungen an ihre Partner unterließen.

Publikation - Dekoloniale Rechtskritik

Neue Perspektiven auf das Recht

Das Buch „Dekoloniale Rechtskritik und Rechtspraxis“ (Nomos) ist der erste Sammelband mit Grundlagentexten zu dekolonialer Rechtskritik in deutscher Sprache. Das Ziel der Anthologie: die kritische Auseinandersetzung mit Recht, mit seinen kolonialen Ursprüngen sowie der Frage, wer heute Zugang hat zum Recht hat – und wer nicht. Eine neue Verknüpfung theoretischer Ansätze und praxisbezogener Perspektiven.

Syrien - Folter - Deutschland

Erstes Verfahren zu Folter in Syrien

Prozessbeobachtung

Am 23. April 2020 begann vor dem Oberlandesgericht Koblenz der weltweit erste Strafprozess wegen Staatsfolter in Syrien. Angeklagt sind Anwar R. und Eyad A. – zwei ehemalige Funktionäre des Allgemeinen Geheimdienstdirektorats von Syriens Präsident Baschar al-Assad. Das ECCHR unterstützt in dem Prozess 17 Folterüberlebende aus Syrien. Lesen Sie hier unsere Prozessberichte.

Argentinien - Militärdiktatur - Deutschland

Deutschland muss argentinische Diktaturverbrecher vor Gericht stellen

Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft muss Anklage gegen Luis K. erheben: Der ehemalige Offizier soll sich an Verbrechen gegen die Menschlichkeit während der argentinischen Militärdiktatur beteiligt haben. Weil ihm dort Haft droht, floh er 2013 nach Deutschland. Das ECCHR unterstützt die Schwester eines „verschwundenen“ Argentiniers.