Nachruf

Das ECCHR trauert um Simon Rau

Plötzlich, für uns alle unfassbar, haben wir unseren lieben Kollegen Simon Rau verloren. In unserem Team klafft eine Lücke, und wir vermissen einen uns liebgewordenen Menschen. Diesen tragischen Verlust werden wir noch lange schmerzhaft fühlen. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und seinen Freund*innen.

Pakistan - Textilindustrie - KiK

Fall KiK: Oberlandesgericht lehnt Prozesskostenhilfe für Betroffene ab

Das Oberlandesgericht Hamm hat am 21. Mai 2019 den Antrag auf Prozesskostenhilfe von vier Pakistaner*innen im Verfahren gegen das deutsche Unternehmen KiK abgelehnt. Die Betroffenen eines Fabrikbrands in Pakistan waren in Deutschland vor Gericht gezogen, um die Mitverantwortung von KiK für den Tod von 258 Arbeiter*innen zu klären. Im Januar 2019 hatte das Landgericht Dortmund die Klage abgewiesen, die Prozesskostenhilfe sollte eine Berufung ermöglichen.

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Syrien - Folter - Schweden

Schwedische Justiz hört Folterüberlebende als Zeug*innen

Schwedische Behörden haben schnell auf die Strafanzeige wegen Folter in Syrien reagiert. Seit April 2019 haben bereits vier von insgesamt neun syrischen Folterüberlebenden bei der Spezialabteilung für Kriegsverbrechen der schwedischen Polizei als Zeug*innen ausgesagt. Gemeinsam mit ihnen hatte das ECCHR im Februar 2019 die erste Strafanzeige nach dem Weltrechtsprinzip in Schweden gegen hochrangige Geheimdienstchefs der Assad-Regierung eingereicht.

Abdulnaser, Alaa und Mansour Omari haben im Februar 2019 in Schweden Strafanzeige gegen hochrangige Geheimdienstchefs aus Syrien eingereicht. © Foto: Civil Rights Defenders

Neue Publikation

ECCHR-Jahresbericht 2018

Der neue ECCHR-Jahresbericht ist da! Die Beiträge von Betroffenen, Partner*innen und unseren Mitarbeiter*innen darin belegen: Der juristische Widerstand gegen Unterdrückung, Folter und Ausbeutung trägt Früchte. Der Bericht beschreibt die Meilensteine der ECCHR-Fallarbeit 2018, die Aktivitäten des neuen Instituts für juristische Intervention und dokumentiert unsere Publikationen und Veranstaltungen im vergangenen Jahr. Illustriert ist die Publikation mit Werken des argentinischen Künstlers Marcelo Brodsky illustriert.

ECCHR-Jahresbericht 2018

Chile - Colonia Dignidad - Deutschland

Colonia Dignidad bleibt dunkles Kapitel deutscher Justizgeschichte

Ermittlungen gegen Sektenarzt Hopp eingestellt

Die Staatsanwaltschaft Krefeld hat im Mai 2019 die Ermittlungen gegen Hartmut Hopp, ehemals Arzt der deutschen Sektensiedlung Colonia Dignidad in Chile, eingestellt. Diese Entscheidung reiht sich ein in die jahrelange Tatenlosigkeit der deutschen Justiz. Etliche Betroffene und Zeug*innen der Verbrechen in der Colonia Dignidad sind bereit auszusagen, etwa zur Rolle von Hopp bei Folter und Mord an Gegner*innen des Pinochet-Regimes. Die Staatsanwaltschaft hat sie schlicht ignoriert. Die Betroffenen sind fassungslos, ihr Vertrauen in die deutsche Justiz ist erschüttert. ECCHR-Partneranwältin Petra Schlagenhauf hat Beschwerde gegen die Einstellung des Verfahrens eingereicht.

Namibia - Völkermord - Deutschland

Genozid in Namibia: Offener Brief an Bundesregierung

Die deutsche Bundesregierung muss bei der Aufarbeitung des Genozids an den Ovaherero und Nama vor 115 Jahren endlich den Dialog mit den Betroffenen suchen, statt auf nur zwischenstaatliche Verhandlungen mit der namibischen Regierung zu setzen. Das fordert das ECCHR gemeinsam mit anderen Organisatoren der "Namibia: A Week of Justice" in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel, Außenminister Heiko Maas und Staatsministerin Michelle Müntefering.

Völkermord-Denkmal in Windhoek © Photo: ECCHR