Philippinen - Sexualisierte Gewalt - Malaya Lolas

Sexuelle Sklaverei während des Zweiten Weltkrieges

Philippinen - Sexualisierte Gewalt - Malaya Lolas

Sexuelle Sklaverei während des Zweiten Weltkrieges

Während der Besetzung der Philippinen und anderer Teile Asiens von 1942-45 wurden Frauen durch die japanische Armee systematisch sexuell versklavt und zwangsprostituiert. Allein auf den Philippinen betraf dies mehr als 1000 Frauen, darunter einige Minderjährige.

Anlässlich des 75. Jahrestags des japanischen Einmarschs der Mapanique-Region auf den Philippinen hat das ECCHR gemeinsam mit dem philippinischen Center for International Law (CenterLaw) am 25. November 2019 eine Beschwerde beim UN-Kommitte zur Beseitigung jeder Gewalt gegen Frauen (CEDAW) eingereicht. Die Beschwerde wurde stellvertretend für 28 Mitglieder der Malaya Lolas, einer Organisation von philippinischen Überlebenden, eingereicht. Die Organistionen argumentieren, dass die Philippinen nicht ihrer Pflicht nachgekommen sind, den Betroffenen Zugang zu Recht zu ermöglichen. ECCHR und CenterLaw fordern, dass die überlebenden Malaya Lolas, heute zwischen 75 und 95 Jahre alt, Entschädigungen erhalten und die Verbrechen an ihnen endlich anerkannt werden.

Fall

Die systematische sexuelle Versklavung von Frauen durch die japanische Armee während des Zweiten Weltkriegs verstieß bereits damals gegen internationales Recht, insbesondere gegen das Sklavereiabkommen (1926) und das Abkommen gegen Frauenhandel (1933).

Japan trägt die Hauptverantwortung für diese Verbrechen. Doch ECCHR und CenterLaw argumentieren, dass die Philippinen – durch die ständige Abweisung der Ansprüche der Überlebenden – gegen ihre Verpflichtungen aus dem CEDAW-Abkommen (1981) verstoßen haben. Die Philippinen haben das CEDAW-Übereinkommen 1980/81 unterzeichnet und ratifiziert. Nachdem die Überlebenden der Malaya Lolas Organisation alle verfügbaren einheimischen Rechtsmittel ausgeschöpft hatten, haben sie sich an das CEDAW Komitee als letzten Weg zur Gerechtigkeit gewandt.

Kontext

Seit 2004 vertritt CenterLaw 70 Mitglieder der Malaya Lolas, heute sind nur noch 28 von ihnen am Leben. Seit den 1990er Jahren fordern die Malaya Lolas von der philippinischen Regierung, ihre Anerkennungs- und Reparationsansprüche gegen Japan zu unterstützen. Im April 2010 wies der Oberste Gerichtshof der Philippinen die Berufung der Klägerinnen sowie im August 2014 weitere Anträge von CenterLaw und dem ECCHR ab.

Nachdem das ECCHR und CenterLaw alle innerstaatlichen Rechtsbehelfe ausgeschöpft hatten, brachten sie den Fall mit im November 2016 mit einer Individualbeschwerde beim UN-Sonderberichterstatter für Gewalt gegen Frauen und für moderne Sklaverei auf UN-Ebene. In der Vergangenheit hatte die philippinische Regierung stets behauptet, dass Japan Reparationen gemäß dem Friedensvertrag von San Francisco von 1951 und dem Reparationsabkommen von 1956 zwischen den beiden Staaten gezahlt hat, berücksichtigte dabei jedoch nicht die Malaya Lolas.

Themen

Weitere Fälle

Dokumente

Glossar

Durch eine Individualbeschwerde können Personen oder Personengruppen ihre Rechte geltend machen.
Als sexualisierte Gewalt bezeichnet man aggressive Handlungen mit geschlechtlichem Bezug, die ohne Einwilligung der Betroffenen stattfinden.
UN-Sonderberichterstatter*innen werden durch ein Mandat der Vereinten Nationen bestimmt und arbeiten ehrenamtlich zu einem ausgewählten Bereich.

Partner