Krefeld

Verbrechen (in) der Colonia Dignidad: Verfolgung der Täter_innen in Chile und Deutschland

16.10.2018, 18:30 Uhr

Kulturzentrum Fabrik Heeder
Virchowstr. 130, 47805 Krefeld

"Colonia Dignidad=Villa Baviera" © Foto: AFDD Talca

Sie sind entsetzt und sprachlos, werden aber weiter um Gerechtigkeit kämpfen – die Überlebenden der Verbrechen in der Colonia Dignidad wollen die Entscheidung des Oberlandesgerichts Düsseldorf im Fall Hartmut Hopp nicht ohne Weiteres hinnehmen. Das Gericht lehnte es Ende September 2018 ab, dass Hopp – ehemaliger Arzt der deutschen Sektensiedlung in Chile und rechte Hand von Gründer Paul Schäfer – seine chilenische Haftstrafe in Deutschland verbüßen muss.

Die Colonia Dignidad war jahrzehntelang Ort schwerster Menschenrechtsverletzungen. Gegner_innen der Pinochet-Diktatur (1973-1990) "verschwanden" dort, wurden gefoltert und ermordet. Deutsche und chilenische Kinder wurden systematisch jahrzehntelang sexuell missbraucht. In Chile wurden einige Täter_innen im Zuge der juristischen Aufarbeitung der Pinochet-Diktatur verurteilt. In Deutschland hat die Justiz bisher Verfahren zum Unrechtssystem in der Colonia Dignidad blockiert. Hopp floh 2011 nach Deutschland. Sein Fluchtpunkt – wie auch der anderer aus der Führungsriege um Sektenchef Schäfer – war und ist Nordrhein-Westfalen.

Gemeinsam mit Überlebenden und Angehörigen hat das European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) zusammen mit Kooperationsanwältin Petra Schlagenhauf bereits 2011 Strafanzeige gegen Hopp bei der Staatsanwaltschaft Krefeld eingereicht. Anlässlich des 20. Jahrestags der Verhaftung von Pinochet in London laden das ECCHR und das Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika e.V. (FDCL) zur Diskussion in Krefeld ein.

Es diskutieren:

Winfried Hempel, Rechtsanwalt und ehemaliger Bewohner der Colonia Dignidad

Petra Schlagenhauf, ECCHR-Kooperationsanwältin und Opfervertreterin Colonia Dignidad

Jan Stehle, FDCL, Forscher zur Colonia Dignidad und deutscher Außenpolitik

Andreas Schüller, ECCHR-Programm Völkerstraftaten und rechtliche Verantwortung

Moderatorin: Ute Löhning, Journalistin

Bitte melden Sie sich über das untenstehende Formular an. Die Veranstaltung wird unterstützt von der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Am 17. Oktober 2018 findet in Berlin eine Folgeveranstaltung statt: "20 Jahre nach der Pinochet-Verhaftung: Transnationale Gerechtigkeit damals und heute". Wenn Sie daran teilnehmen möchten, registrieren Sie sich bitte über diesen Link.

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27.10.2020, 11:00 Uhr

European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR)
Zossener Str. 55-58 (Aufgang A, Vorderhaus, 4. Stock), 10961 Berlin

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