Berlin

Colonia Dignidad: Hinkt die Justiz in Deutschland der Aufarbeitung in Chile hinterher?

22.02.2016, 00:00 Uhr
Folter und Misshandlungen in der Colonia Dignidad: Was der aktuelle Kinofilm „Colonia Dignidad – Es gibt kein Zurück“ aufgreift, vernachlässigt die Justiz in Deutschland seit Jahren. Die auslandsdeutsche Siedlung in Chile war Ort schwerster Menschenrechtsverletzungen, Gegner des Pinochet-Regimes verschwanden dort, wurden gefoltert und ermordet. Die Überlebenden und Angehörigen der Opfer dieser Verbrechen fordern juristische Aufklärung – sowohl in Chile als auch in Deutschland. Die Verfahren in Chile sind in den vergangenen Jahren vorangekommen. Doch Hartmut Hopp – Arzt und rechte Hand von Sektenführer Paul Schäfer – lebt von der deutschen Justiz unbehelligt in Krefeld. Hopp wurde 2011 in Chile wegen Beihilfe zu sexuellem Missbrauch von Minderjährigen zu fünf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, der er sich durch Flucht nach Deutschland entzog. Gemeinsam mit Betroffenen und der Rechtsanwältin Petra Schlagenhauf reichte das ECCHR 2011 bei der Staatsanwaltschaft Krefeld Strafanzeige gegen Hopp ein.
 
Über die juristischen Verfahren in Chile und Deutschland sowie über andere Initiativen der Betroffenen der Colonia Dignidad diskutierten wir mit:
 
Winfried Hempel ist in der Colonia Dignidad aufgewachsen, heute vertritt er chilenische und deutsche Opfer der Colonia Dignidad.
 
Magdalena Garcés ist Mitglied der Asociacion por la Memoria y los Derechos Humanos Colonia Dignidad in Santiago de Chile. Die Rechtsanwältin vertritt die Nebenklage in den chilenischen Verfahren zu den in der Sektensiedlung “Verschwundenen”.
 
Petra Schlagenhauf ist Rechtsanwältin aus Berlin und Vorsitzende des Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika e.V. (FDCL). Sie vertritt Überlebende der Verbrechen in der Colonia Dignidad in dem Verfahren in Krefeld.  
 
Andreas Schüller leitet den Programmbereich Völkerstraftaten und rechtliche Verantwortung des ECCHR.

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