Berlin

Verfolgung von Gender-Based Crimes vor dem Extraordinary Chambers of the Courts of Cambodia (ECCC)

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12.05.2010, 00:00 Uhr

Zwischen 1975 und 1979 sind unter der Roten Khmer-Herrschaft rund zwei Millionen Menschen umgebracht worden. Im November 2007, 30 Jahre nach dem Ende dieses Terrorregimes, hat vor den ECCC ein Verfahren gegen fünf Hauptverantwortliche begonnen. Kain guaek Eav alis Duch, vormaliger Leiter des Gefängnisses Toul Sleng (S21), wurde zunächst wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen, Verletzung der Genfer Konvention sowie Mord und Todschlag nach kambodschanischem Strafgesetz angeklagt. Unter seiner Leitung wurden in dem Gefängnis Tuol Sleng (S 21) und Cheung Ek (killing fields) mindestens 12.380 Männer, Frauen und Kinder von Gefängnisaufsehern vergewaltigt, gefoltert, verhört, unter unmenschlichen Bedingungen gehalten und getötet.

Silke Studzinsky arbeitet zur Zeit in Phnom Penh im Rahme des Programms „Ziviler Friedensdienst" als Nebenklagevertreterin bei den Extraordinary Chambers of the Courts of Cambodia (ECCC) und als juristische Beraterin bei der kambodschanischen Menschenrechtsorganisation ADHOC. Im Rahmen dieser Tätigkeit hat sie Ermittlungen in der Verbrechenskategorie „Verbrechen auf Grund der Geschlechtsidentität (Gender-Based-Crimes)" beantragt und vertritt u.a. eine transsexuelle ehemalige Inhaftierte, die gezwungen wurde, sich männlich zu verhalten und zu kleiden. Die Mandantin wurde mehrfach in Gefängnisse und Umerziehungslager gesteckt und von Kadern der Roten Khmer vergewaltigt. Erzwungene Massenhochzeiten, Vergewaltigungen, Eliminierungskampagnen gegen Schwule, Lesben und Transsexuelle waren den Ermittlern der ECCC bekannt, haben aber zunächst keine eigenen Ermittlungen von Fällen sexueller Gewalt unternommen.

Silke Studzinsky berichtet über ihre Tätigkeit und den mühsamen Weg der Einführung von „Gender-Based-Crimes" an den ECCC.

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