Berlin

Gericht und Gedächtnis: Der deutschsprachige Holocaust-Diskurs der sechziger Jahre

discussion

11.06.2010, 00:00 Uhr

Mirjam Wenzel ist seit 2007 Leiterin der Medienabteilung im Jüdischen Museum Berlin. 2008 promovierte sie zum Dr. phil. an der Ludwig Maximilians Universität München. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Kritische Theorie, Ästhetische Theorie, Mediengeschichte und deutsch-jüdische Kulturgeschichte. Sie war Kuratorin von zahlreichen Ausstellungen, darunter: Wonderyears. New Reflections on the Shoah and Nazism in Israel, Neue Gesellschaft für Bildende Kunst und Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, Berlin (2003, Katalog).
 
Mirjam Wenzel wird dem ECCHR ihre Doktorarbeit „Gericht und Gedächtnis. Der deutschsprachige Holocaust-Diskurs der sechziger Jahre" (erschienen 2009 im Wallstein Verlag) vorstellen. Bereits das antike Theater verstand die juristische Praxis als eine Matrix der Darstellung. Auch die deutschsprachigen Streitschriften, Essays, Dramen und Filme der 1960er Jahre, die im Kontext der Prozesse gegen die nationalsozialistischen Täter entstehen, bedienen sich dieser Dramaturgie: Sie reflektieren und repräsentieren das undarstellbare Geschehen in den Formen und Topoi einer Gerichtsverhandlung. Im Zentrum der beginnenden philosophischen und literarischen Auseinandersetzung mit dem Holocaust stehen die Fragen nach Schuld und Verantwortung sowie der Wunsch nach einem Urteil, das eine allgemeingültige Lehre zu garantieren und universales Gedächtnis zu stiften vermag. Unter diesen Aspekten nimmt Mirjam Wenzel eine systematische Untersuchung des beginnenden deutschsprachigen Holocaust-Diskurses vor. Sie analysiert die Dokumentardramen von Peter Weiss, Heinar Kipphardt und Rolf Schneider und beschreibt deren Zusammenhang mit den moralischen, politischen und völkerrechtlichen Vorstellungen von Theodor W. Adorno, Günther Anders, Hannah Arendt und Karl Jaspers. Vor diesem Hintergrund entwickelt sie eine grundlegende Kritik an den ästhetisierenden und psychologisierenden Tendenzen der gegenwärtigen Gedenkkultur.

The Hague

European arms exports and the case of Yemen: How to hold governments and corporate actors accountable for contributing to armed conflicts?

discussion

12.12.2019, 18:30 Uhr

The Hague Humanity Hub
Fluwelen Burgwal 58, 2511 CJ The Hague, Netherlands

European arms exports are regulated by domestic law, the European Common Position on arms export controls and the Arms Trade Treaty. These legal frameworks prohibits arms exports to countries where...

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