International Criminal Justice & Africa – The Case of Hissène Habré

Human Rights Lecture

01.12.2011, 00:00 Uhr

Nach einer Begrüßung durch Prof. Dr. Josef Sayer (Misereor) und Dr. Julia Duchrow (Brot für die Welt) wird Wolfgang Kaleck (ECCHR) mit Jacqueline Moudeïna das Strafverfahren gegen den ehemaligen Präsidenten des Tschad, Hissène Habré, diskutieren. Jacqueline Moudeïna ist Präsidentin und Juristin der “Association Tchadienne pour la Promotion et la Défense des Droits de l'Homme” im Tschad. Während der Herrschaft von Hissène Habré (1982-1990) lebte sie im Exil und kehrte 1995 zurück in den Tschad. Dort begann sie sich als eine der ersten Rechtsanwältinnen im Land für die Betroffenen des Habré-Regimes einzusetzen. Im Vordergrund stand dabei unter anderem auch die Strafverfolgung des sogenannten „Pinochet von Afrika“, dem der Tod von 40.000 und die Folterung weiterer 20.000 Menschen vorgeworfen werden. Am 11. Juni 2001 wurde sie bei einer friedlichen Demonstration gegen Wahlmanipulationen von einer Handgranate getroffen, die ihr ein Soldat vor die Füße geworfen hatte, und erlitt schwere Verletzungen.
Jacqueline Moudeïna reichte zunächst mit Unterstützung eines internationalen Netzwerkes im Senegal, wo sich Habré bis heute befindet, dann in Belgien Klage gegen Habré ein. Belgien ermittelte, erließ einen internationalen Haftbefehl und beantragte die Auslieferung Habrés. Währenddessen verlangte die Afrikanische Union, dass Habré der Prozess im Senegal gemacht werde, da kein afrikanisches Staatsoberhaupt außerhalb Afrikas verurteilt werden solle. Nach langer Verzögerung entscheidender Schritte für eine Strafverfolgung erklärte der Senegal vor kurzem, dass kein Gerichtsverfahren gegen Habré eröffnet werde. Der Tschad hatte Habré 2008 in Abwesenheit zum Tode verurteilt und begehrt nun dessen Auslieferung. Dennoch wird von der Mehrzahl der mit dem Fall befassten Menschenrechtsorganisationen ein Verfahren in Belgien bevorzugt, um ein faires Verfahren zu gewährleisten. Die Diskussion wird daher vor allem darauf gerichtet sein, wie die internationale Gemeinschaft den Forderungen afrikanischer Staaten gerecht werden kann, Strafverfahren innerhalb Afrikas durchzuführen, gleichzeitig aber faire Verfahren zu garantieren.

Berlin

"La Border Curios" by Laura Fiorio

exhibition opening

08.11.2018, 18:00 Uhr

European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR)
Zossener Str. 55-58 (Staircase D), 10961 Berlin

6 PM Artist Talk

Before opening the exhibition, Laura Fiorio will discuss her work with Vincent Warren (Center for Constitutional Rights, New York) and Vera Wriedt (ECCHR).

7.30 PM Exhibition Opening

...

Berlin

Reviewing Europe’s regulations on Arms Export Control: Can Germany lead by example?

discussion

07.11.2018, 19:00 Uhr

Aquarium
Skalitzer Straße 6, 10999 Berlin

19:00 – 20:00 Case Studies
Arms exports from European countries carried out over the past years turn out to have had detrimental impacts on civilian populations. Do Europe’s regulations on arms exports...

Impunity through externalization? Interventions against human rights violations at sea and beyond

discussion

23.10.2018, 18:00 Uhr

European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR)
Zossener Str. 55-58 (Staircase D), 10961 Berlin

The forceful closure of migratory routes leads to predictable and systematic human rights violations. It turns the Mediterranean Sea into a site of daily violence and deaths while European authorities...

Berlin

20 years after Pinochet's arrest: The past and present of transnational justice

discussion

17.10.2018, 16:30 Uhr

Berliner Abgeordnetenhaus
Niederkirchnerstraße 5, 10117 Berlin

The event can be followed via livestream.

Berlin's past and present reveal several links to severe human rights violations, as well as to efforts to address past atrocities. The International...

Archive

read more