Die große Ausbeutung

Ausbeutung & Globale Lieferketten

In den globalen Lieferketten arbeiten Millionen Männer, Frauen und Kinder unter menschenunwürdigen Bedingungen: Sie erhalten Löhne unter dem Existenzminimum, werden am Arbeitsplatz misshandelt und immer wieder sterben Menschen durch Unfälle in Fabriken. Unternehmen aus dem Globalen Norden verschärfen die Arbeitsbedingungen durch harte Preisvorgaben und eng gesetzte Liefertermine. Zertifizierungen und freiwillige Verpflichtungen haben sich als ungeeignet erwiesen, um daran etwas zu verbessern. Das ECCHR kämpft deswegen mit einer Vielzahl rechtlicher Mittel, um die transnationalen Auftraggeber, Einkäufer und Händler für die Ausbeutung zur Verantwortung zu ziehen.

Deutschland

Die große Ausbeutung
Das Institut für juristische Intervention

Deutschland braucht ein starkes Lieferkettengesetz

Lieferketten

Menschenrechte und Umweltschutz dürfen bei wirtschaftlichen Unternehmungen nie auf der Strecke bleiben. Dafür braucht es in Deutschland gesetzliche Regelungen. Im September 2019 hat sich deshalb die Initiative Lieferkettengesetz gegründet, das ECCHR ist eine der 18 Trägerorganisationen.

Brasilien

Die große Ausbeutung

Das Geschäft mit der Sicherheit: Die Rolle von TÜV SÜD beim Brumadinho-Dammbruch in Brasilien

Staudamm

Der Dammbruch einer Eisenerzmine nahe der brasilianischen Kleinstadt Brumadinho im Januar 2019 tötete 272 Menschen. Der giftige Minenschlamm verseuchte große Teile des Flusses Paraopeba und damit das Trinkwasser tausender Menschen. Nur vier Monate zuvor hatte das brasilianische Tochterunternehmen des deutschen Zertifizierers TÜV SÜD den Damm für stabil erklärt – obwohl die Sicherheitsrisiken bekannt waren.

Pakistan

Die große Ausbeutung

Nach Ali-Enterprises-Fabrikbrand: Verfahren gegen italienischen Zertifizierer RINA

Textilindustrie

Das Zertifizierungsunternehmen RINA hat kurz vor einem Fabrikbrand bei Ali Enterprises in Karatschi (Pakistan) das Gebäude mit einem internationalen Gütesiegel zertifiziert, welches hohe Sicherheitsstandards garantieren sollte. Das ECCHR reichte deshalb zusammen mit einer internationalen Koalition im September 2018 eine OECD-Beschwerde gegen RINA in Italien ein.

Pakistan

Die große Ausbeutung

KiK: Der Preis der Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie Südasiens

Textilindustrie

258 Menschen starben, Dutzende wurden verletzt, als die Textilfabrik Ali Enterprises in Karatschi (Pakistan) am 11. September 2012 abbrannte. Hauptkunde der Fabrik war das deutsche Unternehmen KiK. Auf Initiative des ECCHR zogen vier Betroffene in Deutschland gegen KiK vor Gericht.

Bangladesch

Die große Ausbeutung

Mehr Show als Sicherheit: Zertifikate in der Textilindustrie

Textilindustrie

Vor dem Einsturz des Fabrikkomplexes Rana Plaza hat der TÜV Rheinland die Produktionsstätte des Textilherstellers Phantom Apparel in einem Social Audit geprüft. Das ECCHR wirft TÜV Rheinland vor, Prüfstandards außer Acht gelassen zu haben und in dem Bericht Menschenrechtsverletzungen wie Kinderarbeit nicht aufzuführen.

Katar

Die große Ausbeutung

Zwangsarbeit in den globalen Zulieferketten

Arbeitsausbeutung

Für seinen Bericht "Accountability for forced labor in a globalized economy" hat das ECCHR untersucht, inwiefern transnationale Unternehmen aus Europa für Ausbeutung und Zwangsarbeit in ihren globalen Lieferketten verantwortlich sind und ob man sie haftbar machen kann.

Usbekistan

Die große Ausbeutung

Die OECD-Beschwerden gegen europäische Baumwollhändler

Textilindustrie

Usbekistan gilt als eines der repressivsten Regime der Welt. Das ECCHR ist aktives Mitglied der Cotton Campaign, einem internationalen Zusammenschluss von Menschenrechtsorganisationen, der sich für ein Ende der Zwangs- und Kinderarbeit in Usbekistan einsetzt.

Indien

Die große Ausbeutung

Indien: Medikamententests an Minderjährigen

Pharmaindustrie

Das ECCHR hat in einem Gutachten an den Obersten Gerichtshof von Indien gefordert, die Haftung der Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline und Merck bei Medikamentenstests zu untersuchen. Bei Tests im Jahr 2009 kam es zu Ungereimheiten hinsichtlich der Aufklärung von Testerinnen.

Bangladesch

Die große Ausbeutung

Klage für faire Arbeitsbedingungen in Bangladesch: Lidl muss nachgeben

Textilindustrie

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat 2010 auf Initiative des ECCHR gegen Lidl eine Klage wegen unlauteren Wettbewerbs eingereicht. Lidl hat sich wenige Wochen nach der Klage in einer Unterlassungserklärung verpflichtet, das beanstandete Werbeversprechen mit Bezug auf weltweit faire Arbeitsbedingungen zurückzuziehen.