Positionspapier

2016

Zur Haftung von Sozialauditor_innen in der Textilindustrie

Die Textilindustrie aus dem Westen hat ihre Produktion seit den 1990er Jahren immer weiter auf weltweite Hersteller und Zulieferer ausgelagert. Nach und nach wurden zunehmend auch Themen wie Arbeits- und Menschenrechte in den globalen Wertschöpfungsketten hinterfragt, sodass die internationalen Textilunternehmen schließlich vor einem Vertragsabschluss sogenannte Social Audits – Prüfberichte zu den Arbeits-, Sicherheits- und Sozialstand – von ihren Zulieferern fordern. Mit der Zeit etablierte sich ein privatwirtschaftliches System von Social Audits. Unglücke wie der Zusammensturz des Fabrikkomplexes Rana Plaza in Bangladesch oder der Fabrikbrand bei Ali Enterprises in Pakistan belegen allerdings, dass die Social Audits hauptsächlich der Imagepflege dienen, aber keine nachhaltige rechtliche Verbindlichkeit haben.