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110 | April 2026

Wegweisend: Lumumba-Prozess, Lafarge-Schuldspruch, Völkerrechts-Verteidigung.

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2026

Der Panzer der Straflosigkeit, hinter dem sich Unternehmensgewalt und koloniale Verbrechen verschanzen, ist in den vergangenen Wochen deutlich rissiger geworden. Nach Ermittlungen, die knapp ein Jahrzehnt in Anspruch genommen haben, setzen die ergangenen Verurteilungen im Fall Lafarge neue Standards für unternehmerische Rechenschaftspflicht: Sowohl das damalige Management als auch das Unternehmen wurden wegen Finanzierung von Terrorismus und Verstoß gegen Sanktionen schuldig gesprochen. Mit ihren Zahlungen an bewaffnete Gruppen in Syrien hatten sie den Betrieb ihres dortigen Zementwerks trotz des Bürgerkriegs aufrechterhalten. Das Verfahren zeigt exemplarisch, wie Unternehmensstrukturen es ermöglichen, Verantwortung für Verbrechen zu atomisieren. Im Fall Lumumba hat ein belgisches Gericht nun die Anklage zugelassen – ein entscheidender Schritt Richtung Aufarbeitung von Belgiens Rolle im Mord an Lumumba. Zusammengenommen eröffnen diese Fälle neue Wege, jener Straflosigkeit Einhalt zu gebieten, die durch komplexe bürokratische Systeme ermöglicht wird. 

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