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108 | Dezember 2025

TotalEnergies angezeigt. Lafarge-Führungskräfte vor Gericht. Stresstest fürs Völkerrecht.

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2025

In Paris geht der Lafarge-Prozess zu Ende, in dem Überlebende schildern, was es bedeutet, eine Kriegswirtschaft am Laufen zu halten – und gegen Total Energies werden neue Vorwürfe wegen Folter und Tötungen in Mosambik laut. Unterdessen wird in Den Haag das Völkerrecht einer Bewährungsprobe unterzogen, die sich als historisch erweisen könnte: Die Auslieferung von Khaled Mohamed Ali El Hishri eröffnet das erste Verfahren des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) zu den in Libyen begangenen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Ein entscheidender Moment, insbesondere für migrantische Überlebende, die endlich unabhängig von ihren Ausweispapieren oder ihrem Aufenthaltsort einbezogen werden sollten. Zeitgleich zeigen die jährlichen Beratungen der IStGH-Mitgliedstaaten, wie hart umkämpft internationale Strafjustiz bleibt und wie beharrlich sie sich dennoch gegen politischen Druck behauptet.

Dazu passt Walter Benjamins Gedanke, dass sich in jeder Sekunde die kleine Pforte öffnen kann, durch die „der Messias“ tritt. Jenseits religiöser Bindungen ruft uns Benjamin in Erinnerung, dass selbst unscheinbare Momente eine Kraft entfalten können, die Unrecht aufbricht und Gerechtigkeit vorantreibt. Mit diesem Vertrauen in die Wirkung des Möglichen und der Zukunft zugewandt gehen wir gemeinsam ins neue Jahr. Vielen Dank für Ihr Interesse und Ihre Verbundenheit.

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