Wer wir sind

Dem Unrecht das Recht entgegensetzten – das ist das erklärte Ziel und die tägliche Arbeit des European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR).

Das ECCHR ist eine gemeinnützige und unabhängige Menschenrechtsorganisation mit Sitz in Berlin. Sie wurde 2007 von Wolfgang Kaleck und weiteren internationalen Jurist*innen gegründet, um die Rechte, die in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sowie anderen Menschenrechtsdeklarationen und nationalen Verfassungen garantiert werden, mit juristischen Mitteln durchzusetzen.

Gemeinsam mit Betroffenen und Partner*innen weltweit nutzen wir juristische Mittel, damit die Verantwortlichen für Folter, Kriegsverbrechen, sexualisierte Gewalt, wirtschaftlicher Ausbeutung und abgeschotteten Grenzen nicht ungestraft davonkommen.

01.02.2018

Fabrikbrand bei KiK-Zulieferer: Minimale Brandschutz-Verbesserungen hätten viele Leben gerettet

Experten-Video zu KiK-Verfahren beim Landgericht Dortmund

Berlin, 1. Februar 2018 – Ein paar Ausgangstüren mehr, gut zugängliche Treppen und deutlich gekennzeichnete Fluchtwege: Einige wenige Mittel hätten gereicht, um bei dem Brand der Textilfabrik Ali Enterprises am 11. September 2012 in Karatschi (Pakistan) vielen Menschen das Leben zu retten. Der mangelhafte Brandschutz beim Zulieferer des deutschen Textilunternehmens KiK führte dazu, dass 260 Arbeiter_innen qualvoll starben. Das belegt die Computersimulation des Forensic Architecture Projekts am Goldsmiths Institut an der Universität London, die dem Landgericht Dortmund nun im Verfahren gegen KiK vorliegt. Das Gericht beschäftigt sich seit März 2015 mit einer Zivilklage gegen KiK, die vier Pakistaner – ein Überlebender und drei Hinterbliebene des Fabrikbrands – auf Initiative des European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) und mit Unterstützung von medico international einreichten.

"KiK kannte die baulichen Details oder hätte sie kennen müssen, wenn seine Mitarbeiter_innen wie behauptet, die Fabrik mehrmals besucht haben", erklärt Miriam Saage-Maaß vom ECCHR. "Das deutsche Unternehmen war Hauptkunde, da wäre es ein Leichtes gewesen, Brandschutz-Verbesserungen einzufordern. Das hat es aber offenbar nicht getan. Damit ist KiK mitverantwortlich für die 260 Toten des Fabrikbrands." KiK könne sich auch nicht auf Sicherheitszertifikate der pakistanischen Fabrik berufen. "Die gesamte Textilbranche weiß, dass Zertifikate über Sicherheits- und Arbeitsbedingungen in den globalen Lieferketten das Papier nicht wert sind, auf dem sie stehen", betont Thomas Seibert von medico international.

Das knapp 18-minütige Video von Forensic Architecture zeichnet detailliert nach, wie wenig Treppen, Notausgänge, Feuerlöscher und Alarmsirenen es in der Fabrik gab. Dazu rekonstruierten die Wissenschaftler_innen anhand von Fotos, Filmen und Zeugenaussagen die exakten Maße, Architektur, Einrichtung und Ereignisse der Brandnacht. Zusätzlich konsultierten sie internationale Brandschutz-Expert_innen und simulierten einen Verlauf der Brandnacht unter besseren Brandschutzvorkehrungen. Basierend auf diesen Informationen und Analysen steht für die Experten von Forensic Architecture fest: Kleine Veränderungen beim Brandschutz die Auswirkungen des Brandes drastisch verringert hätten.

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    Pressemitteilung: Fabrikbrand bei KiK-Zulieferer: Minimale Brandschutz- Verbesserungen hätten vielen Arbeitern das Leben gerettet

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Institut

3D-Simulation: Der Brand beim KiK-Zulieferer Ali Enterprises

Gesellschaft & Kunst

Das knapp 18-minütige Video von Forensic Architecture zeichnet detailliert nach, wie wenig Treppen, Notausgänge, Feuerlöscher und Alarmsirenen es in der Fabrik gab. Der mangelhafte Brandschutz beim Zulieferer des deutschen Textilunternehmens KiK führte dazu, dass 258 Arbeiter*innen qualvoll starben.

Pakistan

KiK: Der Preis der Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie Südasiens

Textilindustrie

258 Menschen starben, Dutzende wurden verletzt, als die Textilfabrik Ali Enterprises in Karatschi (Pakistan) am 11. September 2012 abbrannte. Hauptkunde der Fabrik war das deutsche Unternehmen KiK. Auf Initiative des ECCHR zogen vier Betroffene in Deutschland gegen KiK vor Gericht.

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