Who we are

To counter injustice with legal interventions – this is the aim and daily work of the European Center for Constitutional and Human Rights.

ECCHR is an independent, non-profit legal and educational organization dedicated to enforcing civil and human rights worldwide. It was founded in 2007 by Wolfgang Kaleck and other international human rights lawyers to protect and enforce the rights guaranteed by the Universal Declaration of Human Rights, as well as other human rights declarations and national constitutions, through legal means.

Together with those affected and partners worldwide, ECCHR uses legal means to end impunity for those responsible for torture, war crimes, sexual and gender-based violence, corporate exploitation and fortressed borders.

05.02.2021

Millionen für Push-Backs? Bundesregierung verschenkt Ausrüstung an kroatische Grenzpolizei

Statement

Grenzbehörden in Kroatien sind dafür bekannt, immer wieder mit Gewalt und rechtswidrigen Push-Backs gegen Migrant*innen und Geflüchtete vorzugehen. Trotzdem hat Deutschland dem kroatischen Grenzschutz im letzten Jahr Wärmebildgeräte und Fahrzeuge im Wert von 1,2 Million Euro überlassen. Dies hat die Bundesregierung in einer Antwort auf eine kleine Anfrage des Abgeordneten Andrej Hunko (Fraktion DIE LINKE) bestätigt. Das ECCHR hat die Anfrage unterstützt. 

Dazu sagt Hanaa Hakiki, Senior Legal Advisor im ECCHR-Programmbereich Flucht und Migration:

„Die Lieferungen der sogenannten Ausstattungshilfe erfolgte offenbar unbeachtet der zahlreichen Vorwürfe gegen die dortige Grenzpolizei, immer wieder gewaltsame Push-Backs durchzuführen. Die Gefahr, damit Menschenrechtsverletzungen zu fördern, wurde hiermit in Kauf genommen.

Zehn Wärmebildgeräte und 20 Allradfahrzeuge und Minibusse hat das Innenministerium Kroatiens Grenzbehörden geschenkt – technische Ausrüstung, die für Push-Backs benötigt wird. Wärmebildkameras helfen, Menschen aufzuspüren. Insbesondere Busse dienen dazu, Menschen zurück zur Grenze zu transportieren – und sind dabei oft selber der Ort schwerer Misshandlungen

Wir fordern ein sofortiges Ende der finanziellen Unterstützung von Menschenrechtsverletzungen auf dem Balkan. Deutschland muss auf der Einhaltung des Refoulement-Verbots und einer umfassenden Untersuchung der Vorwürfe gegenüber dem kroatischen Grenzschutz bestehen.

Spätestens seit 2016 sind Berichte über brutale Push-Backs in Kroatien bekannt. Auch die UN und die EU fordern Ermittlungen dazu. Trotzdem hat die Bundesregierung die mögliche Förderung dieser gewaltsamen Praxis bei ihrer Schenkung ignoriert. Wie die Ausrüstung eingesetzt wird, wurde Kroatien überlassen. Es fanden weder Sensibilisierungsmaßnahmen noch Fortbildungen zum Thema völkerrechtswidrige Push-Backs statt, außer über die ebenfalls stark kritisierte EU-Grenzagentur Frontex.

Obwohl das BMI sich laut eigener Aussage verpflichtet, Hilfe unter ‚Beachtung der Menschenrechte‘ zu leisten, geht genau dies aus der Antwort der Bundesregierung nicht hervor. Insgesamt bleiben die Antworten der Bundesregierung unzureichend.“

cases

Croatia

Pushbacks in Croatia: Complaint before the UN Human Rights Committee

Push-backs

A 21-year-old Syrian refugee crossed the Bosnian-Croatian border. He and other refugees were pushed back by armed Croatian police officials. The Syrian, supported by ECCHR submitted a complaint to the UN Human Rights Committee urging it to examine Croatia’s practice of expulsions.

Croatia

Croatia to answer to European Court of Human Rights

Push-backs

Croatia is obliged to account for its pushback practice to Bosnia and Herzegovina (BiH) before the European Court of Human Rights. The court accepted the individual complaints brought by three Syrian refugees. The applicants were denied any individual assessment as they were summarily and collectively expelled in October 2018 at the border between Croatia and BiH.

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