Wer wir sind

Dem Unrecht das Recht entgegensetzten – das ist das erklärte Ziel und die tägliche Arbeit des European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR).

Das ECCHR ist eine gemeinnützige und unabhängige Menschenrechtsorganisation mit Sitz in Berlin. Sie wurde 2007 von Wolfgang Kaleck und weiteren internationalen Jurist*innen gegründet, um die Rechte, die in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sowie anderen Menschenrechtsdeklarationen und nationalen Verfassungen garantiert werden, mit juristischen Mitteln durchzusetzen.

Gemeinsam mit Betroffenen und Partner*innen weltweit nutzen wir juristische Mittel, damit die Verantwortlichen für Folter, Kriegsverbrechen, sexualisierte Gewalt, wirtschaftlicher Ausbeutung und abgeschotteten Grenzen nicht ungestraft davonkommen.

06.04.2017

Bayer und Syngenta: UN-Experten müssen Pestizid-Vertrieb in Indien regeln

Doppelstandards bei Pestiziden im globalen Süden

Berlin/Delhi, 7. April 2017 – Die Etiketten: inadäquat, die Schutzkleidung: unzureichend, die Schulungen: völlig unangemessen – der Vertrieb hochgefährlicher Pestizide durch die transnationalen Chemieunternehmen Bayer CropScience AG und Syngenta AG in Indien lässt einiges zu wünschen übrig. So belegen es der Monitoring-Bericht und das Video-Material, die das gemeinsame Expertengremium der Welternährungsorganisation FAO und der Weltgesundheitsorganisation WHO vom 10. bis 13. April 2017 bei seinem jährlichen Treffen in Delhi (Indien) diskutieren wird. Den Bericht hatten das ECCHR und seine Partnerorganisationen Kheti Virasat Mission (Indien), Pesticide Action Network Asia Pacific/PAN AP (Malaysia), Public Eye (Schweiz), Brot für die Welt und Misereor (beide Deutschland) im Oktober 2015 eingereicht.

Bei der UN-Konferenz werden Vertreter_innen von ECCHR, Kheti Virasat Mission und PAN AP Stellung zu dem Bericht nehmen. Die Organisation haben dem Expertengremium konkrete Vorschläge gemacht, um den Doppelstandards der transnationalen Agrar- und Chemieunternehmen ein Ende zu setzen. Die FAO und WHO sollen
a)    Bayer CropScience und Syngenta empfehlen, alle Pestizid-Produkte mit inadäquater Kennzeichnungen in Indien vom Markt zu nehmen; keine Pestizide zu verkaufen, bis genügend geeignete persönliche Schutzausrüstung und angemessene Schulungen von Bauern und Händlern sichergestellt werden können.
b)    der Regierung in Indien empfehlen, den Import und Vertrieb hochgefährlicher Pestizide zu verbieten und Unternehmen, die gefährliche Produkte nicht angemessen kennzeichnen, gemäß nationalen Rechtvorschriften zu sanktionieren.
c)    den Export-Behörden in Europa empfehlen, Daten über den Export von Pestiziden zu sammeln, um das Ausmaß möglicher negativer Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier sowie der Umwelt festzustellen. Wo notwendig, soll das Außenwirtschaftsrecht Exporte gefährlicher Pestizide verbieten.
d)    alle Beteiligten auffordern, für Abhilfemaßnahmen wie z.B. medizinische Unterstützung für die verheerende gesundheitliche Situation der Bauern im Punjab zu sorgen.

fälle

Indien

Doppelstandards internationaler Chemie- und Agrarkonzerne

Pestizide

Das ECCHR und seine Partnerorganisationen haben in einem Offenen Brief und einem Monitoringbericht an die WHO dazu aufgerufen, Neuerungen zu beschließen, um Missstände beim globalen Pestizidvertrieb anzugehen. Die Berichte beziehen sich vor allem auf die mangelhafte Kennzeichnung beim Verkauf von Pestiziden.

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