Tschetschenien - Sexualisierte Gewalt - Kadyrow

Straffreiheit für Gewalt gegen Frauen in Tschetschenien

Tschetschenien - Sexualisierte Gewalt - Kadyrow

Straffreiheit für Gewalt gegen Frauen in Tschetschenien

Der Fall

Am 31. Oktober 2012 haben das ECCHR und Human Rights Watch der UN-Sonderberichterstatterin Rashida Manjoo Informationen vorgelegt, die eine de facto Straflosigkeit von Gewalt gegen Frauen aufzeigen. "Halboffizielle" Bekleidungsvorschrift durch tschetschenische Behörden schränken Frauen in ihrer Kleiderwahl ein. Übergriffe auf Frauen, die diesen Vorschriften nicht folgen, werden nicht ausreichend ermittelt. Die Sonderberichterstatterin soll diesen Fall von Verletzung der Sorgfaltspflicht Russlands in ihren Jahresbericht aufnehmen und Russland dazu auffordern, seinen Verpflichtungen aus internationalem und regionalem Menschenrechtsschutz nachzukommen.

Kontext

Ramsan Kadyrow ist offiziell seit 2007 das Oberhaupt der russischen Teilrepublik Tschetschenien im Nordkaukasus. Der Teilstaat ist durch zwei Kriege gegen russische Föderationstruppen, in denen tausende Zivilist_innen ums Leben kamen und zahlreiche Städte und Dörfer zerstört wurden, schwer gezeichnet. Unter Kadyrow schreitet der Wiederaufbau voran, aber dessen Sicherheitskräfte und Spezialeinheiten regieren die Teilrepublik mit eiserner Hand. Eine Opposition existiert nicht und wird selbst im Ausland massiv eingeschüchtert und verfolgt. Es wird von Ermordungen und Entführungen berichtet sowie von Folterungen, an denen Kadyrow teilweise selbst direkt beteiligt gewesen ist. Es herrscht ein Klima von Angst und Straflosigkeit, das sich immer mehr auch auf die nordkaukasischen Nachbarregionen ausdehnt.

Themen

Weitere Fälle

Glossar

Als sexualisierte Gewalt bezeichnet man aggressive Handlungen mit geschlechtlichem Bezug, die ohne Einwilligung der Betroffenen stattfinden.
UN-Sonderberichterstatter_innen werden durch ein Mandat der Vereinten Nationen bestimmt und arbeiten ehrenamtlich zu einem ausgewählten Bereich.

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