Berlin - (Post-)Kolonialismus - Aufarbeitung

Koloniales Erbe

(Post-)Koloniales Unrecht und juristische Interventionen

Colonial Repercussions

Berlin - (Post-)Kolonialismus - Aufarbeitung

Koloniales Erbe

(Post-)Koloniales Unrecht und juristische Interventionen

Mit der Veranstaltungsreihe "Koloniales Erbe/Colonial Repercussions" lud die Akademie der Künste in Berlin im Januar 2018 ein, über die Strukturen kolonialer Machtverhältnisse, die bis heute in Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft wirksam sind, nachzudenken. Unter kuratorischer Leitung von ECCHR-Generalsekretär Wolfgang Kaleck und Karina Theurer (ebenfalls ECCHR) diskutierten intertionale juristische Expert_innen und Aktivist_innen die Kolonialverbrechen der europäischen Staaten und die Frage nach Reparationen.

Projekt

Die Aufarbeitung des Kolonialismus bietet ein visionäres Moment für die Zukunft Europas. Im Zentrum der Veranstaltungsreihe steht die Frage nach dem bis heute spürbaren Vermächtnis des europäischen Kolonialismus: Wie wirkt er in Europa und der Welt nach? Wie können überkommene Machtstrukturen aufgebrochen und die damit verbundene Angst, Macht abzugeben, überwunden werden? Und wie sähe eine Gesellschaft aus, die Kreativität aus der Vielfalt heraus entwickelt und nicht aus einer weißen, hegemonialen Wissenstradition ableitet?
 
Unter kuratorischer Leitung von ECCHR-Generalsekretär Wolfgang Kaleck und Karina Theurer (ebenfalls ECCHR) diskutierten in der Auftakt-Konferenz am 26. und 27. Januar 2018 internationale juristische Expertinnen und Experten die Kolonialverbrechen der europäischen Staaten und die Frage nach Reparationen.
 
Das Programm umfasste Vorträge und Panels u.a. mit Antony Anghie, Christian Bommarius, Williams Chima, Luis Eslava, Kranti LC, Gesine Krüger, Christophe Marchand, Mnyaka Sururu Mboro, Ester Muinjangue, Makau Mutua, Obiora Chinedu Okafor, Bernadus Swartbooi, Celine Tan und Liesbeth Zegveld.

Künstlerische Arbeiten wie die Jazzperformance des kongolesischen Autors und Stipendiaten der Jungen Akademie Fiston Mwanza Mujila und die Videoarbeiten des brasilianischen Künstlers Ayrson Heráclito "O Sacudimento da Casa de Torre (2015)" und des Akademie-Mitglieds Marcel Odenbach "Im Schiffbruch nicht schwimmen können" (2011) reflektieren, wie sich die Dekolonisierung global auf heutige Gesellschaften auswirkt.

Kontext

Dieses erste Symposium der Veranstaltungsreihe bot einen Resonanzraum für postkoloniale Kritiken am Recht. Es ging darum nachzuvollziehen, wie Gewalt unsichtbar und Unrecht zu geltendem Recht wurde. Wirken diese Mechanismen heute in Entwicklungspolitiken, Finanzsystemen und asymmetrischen Handelsabkommen fort? Sind Menschenrechte ein trojanisches Pferd oder haben sie emanzipatorisches Potential? Warum werden die Kolonialverbrechen der europäischen Staaten nicht angemessen aufgearbeitet?