Seit den umstrittenen Präsidentschaftswahlen in Belarus im August 2020 demonstrierten landesweit tausende Bürger*innen. Mit dem Ziel, die Proteste zu stoppen, die Opposition außer Gefecht zu setzen und die kritisch eingestellte Bevölkerung einzuschüchtern, gingen die staatlichen Sicherheitskräfte gewaltsam gegen Demonstrierende, Aktivist*innen und Journalist*innen vor. Unabhängige Vereinigungen, die sich für den Schutz der Menschenrechte und der Opposition einsetzten, gerieten ins Visier der Behörden. Menschenrechtsorganisationen dokumentierten seit Beginn der Proteste tausende Fälle willkürlicher Verhaftungen und Misshandlungen.
Da eine Aufklärung dieser Völkerrechtsverbrechen in Belarus selbst nicht abzusehen ist, reichte das ECCHR Anfang November 2021 mit Partnerorganisationen Strafanzeige gegen sechs namentlich benannte, hochrangige Mitglieder des belarussischen Sicherheitsapparats ein.