Nur wenige Monate nach seinem Amtsantritt wurde Patrice Lumumba – erster Premierminister der Demokratischen Republik Kongo – am 17. Januar 1961 in der Region Katanga ermordet. An der Tat waren zahlreiche internationale und nationale Akteur*innen beteiligt, doch vor allem die ehemalige Kolonialmacht Belgien, die auch in den bewaffneten Konflikt nach der Unabhängigkeit der DR Kongo verwickelt war.
2001 kam eine belgische Parlamentsuntersuchung zu dem Schluss, dass Lumumbas Überführung in die feindlich kontrollierte Region Katanga mit Unterstützung belgischer Regierungsvertreter*innen organisiert worden war. Ihr Fazit: Belgien trage nach heutigem Verständnis zwar eine moralische, jedoch keine rechtliche Verantwortung.
Das ECCHR unterstützt die Lumumba-Familie in ihrem Streben nach juristischer Aufarbeitung: Zunächst mit einer Strafanzeige gegen die Beteiligten an der Entführung und dem Mord. Nachdem mit dem belgischen Diplomaten und hohen Staatsbeamten Etienne Davignon der letzte noch lebende mutmaßliche Mittäter im März 2026 starb, bevor ihm der Prozess gemacht werden konnte, kündigte die Familie und ihr Rechtsbeistand an, weitere rechtliche Schritte einzuleiten, insbesondere um die rechtliche Verantwortung des belgischen Staates festzustellen.