"Les Sauteurs - Those Who Jump"

29. November 2016 um 19:00 Uhr im Kino 3001 in Hamburg

 
Film und Diskussion mit:
 
Abou Bakar Sidibe und Moritz Siebert, Filmemacher
Carsten Gericke, ECCHR-Kooperationsanwalt
 
Vom Berg Gurugu blickt man auf die spanische Enklave Melilla an der nordafrikanischen Mittelmeerküste. Afrika und Europa werden hier durch eine hochgesicherte Grenzanlage voneinander getrennt. In den Wäldern auf der marokkanischen Seite leben MigrantInnen aus Subsahara-Afrika. Sie versuchen, bei Melilla die direkte Landgrenze zwischen Marokko und Spanien zu überwinden, indem sie unter hoher Verletzungsgefahr über die Zäune „springen“. So auch der Malier Abou Bakar Sidibé. Er ist zugleich Protagonist und Dokumentierender in Les Sauteurs – Those Who Jump (Moritz Siebert, Estephan Wagner und Abou Bakar Sidibé, Dänemark 2016, 79 Min., Französisch, Bambara OmU). Der Film hatte auf Berlinale 2016 Premiere und wurde seitdem bei verschiedenen Filmfestivals ausgezeichnet.
 
Nach 14 Monaten Leben in den Wäldern von Gurugu, in denen er mehrmals vergeblich versucht hat, das Zaunsystem zu überwinden, beginnt Abou Bakar Sidibé zu filmen – seinen Alltag, die Umgebung, das zermürbende Warten auf den nächsten „Sprung“. Unermüdlich dokumentiert er seine Lebensrealität am Rande einer abgeschotteten EU. Er gibt Einblick in die soziale Organisation der Community. In Les Sauteurs findet ein einzigartiger Perspektivenwechsel statt: Dem abstrakt anonymen Wärmebild der Überwachungskameras an den Zäunen wird der subjektive Blick eines Individuums entgegengesetzt.
 
Abou Bakar Sidibé war auch an den Recherchen des European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) zu den völkerrechtswidrigen Push-Backs (dt. Zurückschiebung) aus Melilla beteiligt. Das ECCHR unterstützt zwei Geflüchtete aus Mali und der Elfenbeinküste, die im August 2014 beim Versuch über die hochgesicherte Grenzanlage bei Melilla nach Spanien und damit in die EU zu gelangen, von spanischen Militärpolizisten zurückgeschoben wurden.
 
Im Februar 2015 legten die beiden Männer beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) deswegen Beschwerden gegen Spanien ein. Im Juli 2015 forderte das Gericht Spanien auf, zur Praxis der Push-Backs sowie konkret zu dem Fall Stellung zu nehmen. Eine Entscheidung des EGMR wird in den kommenden Monaten erwartet.
 
Die Verstaltung in Hamburg wird gefördert von der Stiftung :do
 
Tickets erhalten Sie jeweils an der Abendkasse.
 

Schlagwörter

  • EGMR
  • EU
  • Flucht
  • Marokko
  • Melilla
  • Migration
  • Push-Back
  • Spanien

SHADOW WORLD

28. November 2016 um 19:30 Uhr im Babylon Kino Mitte

 
ACHTUNG!
 
Leider können wir für diese Veranstaltung keine Anmeldungen mehr berücksichtigen, da alle Plätze im Kino schon vergeben sind.
Wir hoffen auf Ihr Verständnis und freuen uns Sie bei einer anderen Veranstaltung begrüßen zu dürfen.
 
Film und Diskussion mit:
Andrew Feinstein, Autor und Experte für globalen Waffenhandel und Korruption
Christian Schliemann, ECCHR
 
Der weltweite Waffenhandel ist der einzige Wirtschaftszweig, der seine Gewinne in Milliarden und seine Verluste in Menschenleben zählt. Der Kinofilm SHADOW WORLD (Regie: Johan Grimonprez, USA / Belgien / Dänemark, 94 Minuten, 2016, Englisch) dokumentiert, wie der internationale Handel mit Waffen – in Komplizenschaft mit Regierungen, Militärs und Geheimdiensten, Rüstungsunternehmen, Waffenhändlern und Mittelsmännern – Korruption fördert, Wirtschafts- und Außenpolitik bestimmt, Demokratien unterminiert und weitverbreitetes Leid schafft.
 
Anhand der Erkenntnisse von Whistleblowern, Ermittlern und Staatsanwälten sowie Insidern aus Militär und Industrie zeigt SHADOW WORLD, wie der globale Waffenhandel in einem rechtlichen Paralleluniversum operiert und wie selten Rüstungsunternehmen strafrechtlich verfolgt werden. Letztendlich zeigt der Film die wirklichen Kosten von Kriegen – nämlich  wie sehr Rüstungsexporte Kriege fördern, wie Waffen gegen die Bürger liberaler Demokratien eingesetzt werden und wie der Waffenhandel unsere Sicherheit bedroht statt sie zu stärken.
 
Andrew Feinstein ist ein führender Experte für globalen Waffenhandel und Korruption. Als Autor des Buchs “Waffenhandel – das Geschäft mit dem Tod”, auf dem der Film beruht, hat er das Produktionsteam in aktuellen und historischen Fragen beraten. Er war Abgeordneter des ANC im Parlament von Südafrika zu Zeiten Nelson Mandelas und ist Gründungsdirektor der Nichtregierungsorganisation Corruption Watch UK.
 
Die Veranstaltung wird von der Bertha Foundation unterstützt.

Schlagwörter

  • Rüstungsexporte
  • Waffen
  • Wirtschaft und Menschenrechte

"Women in Exile" aus Brandenburg erhält den ersten Menschenrechtspreis der Gerhart und Renate Baum-Stiftung

In Zusammenarbeit mit dem ECCHR

und mit freundlicher Unterstützung des Maxim Gorki Theater Berlin

Zum ersten Mal vergibt die Gerhart und Renate Baum–Stiftung dieses Jahr einen Menschenrechtspreis. Der Preis geht an „Women in Exile“, eine Initiative von Flüchtlingsfrauen in Brandenburg, und ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Frauen haben sich 2002 in Potsdam zusammengeschlossen, um für die Rechte von Flüchtlingsfrauen zu kämpfen.
 
Die Preisverleihung findet in Zusammenarbeit mit dem ECCHR und mit freundlicher Unterstützung des Maxim Gorki Theaters Berlin am 27. November 2016 statt.

Gerhart Baum: "Geflüchtete Frauen erleben eine doppelte Diskriminierung."

„Die Frauen von ‚Women in Exile‘ kämpfen in vorbildlicher und eindrucksvoller Weise für die Zukunft unserer multikulturellen Gesellschaft“, begründen Gerhart Baum, Bundesinnenminister a.D., und seine Ehefrau, Renate Liesmann-Baum, die Ehrung mit dem Menschenrechtspreis ihrer Stiftung. „Immer wieder erleben gerade Frauen eine doppelte Diskriminierung: Ihre ohnehin prekäre Situation als Frauen auf der Flucht ist im Zuge immer neuer Verschärfungen des Asylrechts kontinuierlich schwieriger geworden.“
 

Women in Exile fordern politische Maßnahmen zum Schutz geflüchteter Frauen und Mädchen in Deutschland

Die Organisation verbindet die aktuelle Situation von Geflüchteten mit frauenspezifischen Themen. „Women in Exile“ drängt auf politische Maßnahmen, um Frauen und Mädchen vor sexualisierter, physischer sowie fremdenfeindlich motivierter Gewalt in Deutschland zu schützen.
 
Elizabeth Ngari, Gründerin und Sprecherin der Initiative, floh 1996 mit ihren beiden Töchtern aus Kenia und verbrachte fünf Jahre in einer Flüchtlingsunterkunft in Prenzlau. "Wir kämpfen zusammen mit anderen Gruppen gegen diskriminierende Gesetze, und das eben aus Frauenperspektive", sagt Ngari.
 
Die Verleihung findet als geschlossene Veranstaltung in einer Matinee im Foyer des Maxim Gorki Theaters statt. Musikalisch begleitet wird die Preisverleihung von der iranischen Künstlerin Cymin Samawatie. Die Laudatio hält Wolfgang Kaleck, Generalsekretär des ECCHR. Es moderiert Dunja Hayali.

Der Menschenrechtspreis der Gerhart und Renate Baum-Stiftung

Menschenrechtspreis_Gehart Baum_Gedanken_201611.pdf (194,6 KiB)

Laudatio: Wolfang Kaleck (ECCHR) über die Arbeit und das Verdienst von "Women in Exile"

Menschenrechtspreis_Gerhart u Renate Baum Stifung_ECCHR_Women in Exile_Laudatio_Wolfgang Kaleck.pdf (203,5 KiB)

Schlagwörter

  • Deutschland
  • EU
  • Flucht
  • Frauen
  • Migration

Ausstellung "Tempest of Vanity"

Ausstellung "Tempest of Vanity"

Im ECCHR präsentiert Schovánek gebackene Zitate, die sich thematisch an die Arbeit der Organisation anlehnen. Außerdem zeigt er mit »Tempest of Vanity« (deutsch »Sturm der Eitelkeit«) »Gemälde aus Cookies«, zu denen ihn die Werke alter Meister inspiriert haben und die er ironisch interpretiert. 

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Von Washington über Ramstein nach Sanaa

Wie der Drohnenkrieg Recht, Kriegsführung und Gesellschaft verändert

18. Oktober 2016, Theater im Aufbau-Haus (Berlin)

Bewaffnete Drohnen töten weltweit im sogenannten Krieg gegen den Terrorismus. Die US-Airbase Ramstein in Rheinland-Pfalz steht dabei nicht nur für das globale Ausmaß der Drohnennutzung, sondern auch für die Verantwortung Deutschlands im Drohnenkrieg der USA. In Ramstein werden Bilder für gezielte Tötungen ausgewertet und Daten an die Drohnen weitergeleitet. Rechtliche Standards werden im Drohnenkrieg massiv zurückgedrängt oder sogar komplett missachtet. Auch andere Regierungen setzen Drohnentechnik zunehmend militärisch ein. Dabei orientieren sie sich an der rechtlichen Praxis der USA. Ein Ende des Drohnenkriegs ist daher nicht in Sicht.
 
In zwei Gesprächsrunden werden Betroffene berichten, was der Drohnenkrieg in ihren Ländern anrichtet, AktivistInnen und InvestigativjournalistInnen über geheime Drohnenprogramme sprechen und JuristInnen den rechtlichen Rahmen dieser neuen Kriegsführung diskutieren.
 
17:00 Uhr
Einführung: Andreas Schüller, ECCHR
Statement: Faisal Bin Ali Jaber, Überlebender eines Drohnenangriffs im Jemen, Aktivist und Kläger in einer Verwaltungsklage gegen Deutschland
 
17:15 Uhr
Die Folgen des Drohnenkriegs im internationalen Kampf gegen den Terrorismus
mit
Jeremy Scahill, Journalist, The Intercept (USA)
Shahzad Akbar, Rechtsanwalt, Foundation for Fundamental Rights (Pakistan)
Chris Woods, Direktor Airwars (Großbritannien)
Jennifer Gibson, Juristin, Reprieve (Großbritannien)
Moderation: Sarah Harrison, Direktorin Courage Foundation
 
19:00 Uhr
Die deutsche Position zum Einsatz bewaffneter Drohnen
mit
Oliver Fixson, Leiter des Referats Allgemeines Völkerrecht, Auswärtiges Amt
Wolfgang Kaleck, Generalsekretär ECCHR
Andreas Zimmermann, Rechtsprofessor Universität Potsdam
Moderation: Wolfgang Janisch, Süddeutsche Zeitung
 
Die Diskussionen werden auf Englisch und Deutsch mit Übersetzung ins Englische geführt.
 
Im Anschluss an die Vorstellung des Berichts und die Diskussion lädt das ECCHR Sie herzlich zu einem kleinen Empfang ein.
 
Wir freuen uns über Ihr Kommen und bitten bis zum 13. Oktober 2016 um Anmeldung unter: event@ecchr.eu, Stichwort “Drohnenkrieg“.
(Bitte beachten Sie, dass wir keine Anmeldebestätigung verschicken)
 

"Gedächtnis und Gerechtigkeit"

Ein Gespräch zwischen Kunst, Recht und Zivilgesellschaft zu Menschheitsverbrechen, Folter und Techniken der Aufarbeitung

29. September - 1. Oktober 2016, Akademie der Künste (Berlin)

Die Akademie der Künste und das ECCHR laden mit der Konferenz „Gedächtnis und Gerechtigkeit“ vom 29. September bis zum 1. Oktober KünstlerInnen, JuristInnen und AktivistInnen aus der ganzen Welt nach Berlin ein, um sich mit Menschheitsverbrechen, Folter und Techniken zu deren Aufarbeitung auseinanderzusetzen.
 
Ausführliches Programm unter www.gedächtnis-und-gerechtigkeit.de
 
Die Shoah, der Genozid in Ruanda oder die Geschichte der Gewalt der Militärdiktatur in Argentinien sind nur drei Beispiele von Massengewalt und Massenverbrechen, die künstlerisch, juristisch und gesellschaftlich schon oft –aber noch lange nicht abschließend – aufgearbeitet worden sind. Die Kolonialverbrechen in Algerien, die Folter im sogenannten „Krieg gegen den Terrorismus“ oder die Gewalt in Syrien blieben hingegen bisher straflos. Eines jedoch ist all diesen Situationen gemein: Bei den Diskussionen über die Reaktion auf diese Verbrechenskomplexe bleiben JuristInnen meist ebenso unter sich wie PolitikwissenschaftlerInnen, AktivistInnen und KünstlerInnen.
 
Das Symposium „Gedächtnis und Gerechtigkeit“ ist gleichzeitig Raum wie Anlass für interdisziplinäre, epochen- und länderübergreifende Gespräche über juristische und andere staatliche Untersuchungen und Prozesse und über den Anteil von
zivilgesellschaftlichen Akteuren daran. Die Teilnehmenden werden historische und aktuelle Themen wie die Entwicklung der internationalen Strafjustiz seit den Nürnberger Prozessen, die Aufarbeitung von Diktaturverbrechen in Lateinamerika
sowie Beispiele von weltweiten Kolonialverbrechen und ihre Folgeerscheinungen diskutieren.
 
Dabei werden die komplexen Wechselverhältnisse von Recht, kollektiver Erinnerung und Geschichtsschreibung beleuchtet: In welchem Verhältnis steht die strafrechtliche Verfolgung zu einer zivilgesellschaftlichen Kultur des Erinnerns? Welche kulturellen und politischen Konsequenzen haben Straflosigkeit und öffentliches Verschweigen schwerwiegender Massenverbrechen? Und welche ethischen Fragen stellen sich bei der Darstellung der Leiden anderer Menschen?
 
Mit diesem Themenspektrum und einer Reihe hochkarätiger Gäste richtet sich die Veranstaltung an ein breites politisch interessiertes Publikum.
 
Das Programm wird kuratiert von Wolfgang Kaleck, Generalsekretär des ECCHR. Es umfasst Podiumsdiskussionen, Filmvorführungen, Lesungen und eine Ausstellung künstlerischer Arbeiten.
 
Eine Kooperation der Akademie der Künste und des European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR).

Teilnehmende

Jeanine Meerapfel, Präsidentin der Akademie der Künste
Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentale für politische Bildung
Wolfgang Kaleck, Generalsekretär des ECCHR
 
Anwar al-Bunni, Rechtsanwalt, Aktivist (Berlin)
Sylvestre Bisimwa, Rechtsanwalt (Bukavu)
Beatriz Brinkmann, Aktivistin (Santiago de Chile)
Reed Brody, Rechtsanwalt, u.a. im Prozess gegen Ex-Diktator Hissène Habré (New York)
Estela de Carlotto, Aktivistin, Präsidentin der Vereinigung der Großmütter der Plaza de Mayo (Buenos Aires)
Omar D., Fotograf (Paris / Algier)
Andreas Fanizadeh, Journalist, taz (Berlin)
Juan Garcés, Anwalt, u.a. im Pinochet-Prozess (Madrid)
Martin Glasenapp, ehem. Syrien-Referent bei medico international (Berlin)
Erich Hackl, Schriftsteller (Wien)
Scott Horton, Menschenrechtsanwalt und Publizist, Harper’s Magazine (New York)
Patrick Kroker, Anwalt, ECCHR (Berlin)
Gila Lustiger, Schriftstellerin (Paris)
Sara Méndez, Aktivistin und Überlebende der Operation Condor (Montevideo)
Jasmina Musić, Schauspielerin, (Dortmund)
Orit Nahmias, Schauspielerin (Berlin)
Milo Rau, Regisseur (Köln)
Knut Rauchfuss, Arzt und Journalist, Medizinische Flüchtlingshilfe (Bochum)
Kathrin Röggla, Schriftstellerin und Vize-Präsidentin der Akademie der Künste (Berlin)
Rüdiger Rossig, Journalist, taz (Berlin)
Fabiana Rousseaux, Psychologin (Buenos Aires)
Beate Rudolf, Juristin und Direktorin Deutsches Institut für Menschenrechte (Berlin)
Volker Schlöndorff, Regisseur (Potsdam) angefragt
Mark Sealy, Fotograf und Kurator (London)
Peter Seibert, Literaturwissenschaftler (Kassel)
Ronen Steinke, Autor, Journalist (München)
Karina Theurer, Juristin und Redakteurin (Berlin)
Claire Tixeire, Juristin, ECCHR (Berlin)
Ilija Trojanow, Schriftsteller (Berlin)
Najem Wali, Schriftsteller (Berlin)
Thomas Walther, Rechtsanwalt und Nebenklagevertreter in NS-Verfahren (Kempten)
Peter Weiss, Rechtsanwalt und Vizepräsident Center for Constitutional Rights (New York)
Gerhard Werle, Rechtswissenschaftler (Berlin)
Rosa Yassin Hassan, Autorin und Aktivistin (Hamburg)
u.a.
 
KünstlerInnen:
Forensic Architecture (London)
Omar D. (Paris/Algiers)
Silvina Der-Meguerditchian (Berlin)
Eduardo Molinari (Buenos Aires)
Nghia Nuyen (Berlin)
 
Veranstaltungsort:Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin
 
Gefördert duch die Bundeszentrale für politische Bildung.
 

Pressemitteilung "Gedächtnis und Gerechtigkeit" Eine Kooperation der Akademie der Künste und des ECCHR (29.9.-1.10.2016 in Berlin)

PM_Gedächtnis und Gerechtigkeit_AdK_ECCHR_bpb_20160721.pdf (136,5 KiB)

„Fabrikbrand in Pakistan: KiK muss seiner Verantwortung gerecht werden. Betroffene berichten über ihren Kampf für Gerechtigkeit"

Podiumsdiskussion

20. Juni 2016 um 18 Uhr in Düsseldorf

"Malkasten Düsseldorf", Jacobistraße 6a, 40211 Düsseldorf

 
260 Tote und 32 Verletzte: Das war die Bilanz des Brandes in der Fabrik von Ali Enterprises am 11. September 2012 in Karachi (Pakistan). Hauptkunde der Fabrik war der deutsche Textilhändler KiK. Die Arbeiter_innen erstickten oder verbrannten, weil sie das Gebäude nicht verlassen konnten. Die Überlebenden und Hinterbliebenen warten seit fast vier Jahren auf eine Entschädigung von KiK. Inzwischen haben sie das Unternehmen in Deutschland verklagt.
 
Über ihren Kampf – das rechtliche Verfahren in Pakistan, die Klage gegen KiK in Deutschland und ihr politisches Engagement – berichten die Betroffenen bei einer gemeinsamen Podiumsdiskussion des ECCHR mit der Friedrich-Ebert-Stiftung und medico international.
 
Weder der Fabrikbrand, noch die Toten und Verletzten und auch nicht die ausbleibende Wiedergutmachung sind ein Einzelfall. Immer wieder zahlen Arbeiter_innen in Südasien mit ihrem Leben dafür, dass westliche Textilfirmen dort günstig produzieren. In Bangladesch haben die internationalen einkaufenden Unternehmen die Überlebenden und Hinterbliebenen, die vom Einsturz des Fabrikkomplexes Rana Plaza und dem Brand in der Tazreen-Kleiderfabrik betroffen waren, entschädigt – nach langwierigen Auseinandersetzungen und nicht zuletzt, weil sich Aktivist_innen weltweit dafür eingesetzt haben.
 
Auch in Pakistan ergeben sich die Arbeiter_innen und Familien nicht ihrem Schicksal, nachdem der Fabrikbrand ihnen ihre Lebensgrundlage genommen hat. Mit Hilfe der National Trade Union Federation (NTUF) haben sie eine Selbstorganisation gegründet und kämpfen für ihre Rechte und für Gerechtigkeit – sowohl in Pakistan als auch in Deutschland. Hier haben sie mit Unterstützung des ECCHR im März 2015 am Landgericht Dortmund Klage gegen KiK eingereicht. Die Klage auf Schadensersatz gegen KiK wird möglich gemacht durch die Unterstützung von medico international. Die Deutschland-Reise der Kläger_innen wird durch die Friedrich- Ebert-Stiftung unterstützt.
 
Die Konferenz wird auf Deutsch und Englisch abgehalten, eine Simultanübersetzung wird bereitgestellt.

Programm Podiumsdiskussion: „Fabrikbrand in Pakistan: KiK muss seiner Verantwortung gerecht werden. Betroffene berichten über ihren Kampf für Gerechtigkeit"

Programm_KiK_Pakistan_Düsseldorf_20160620.pdf (108,3 KiB)

KiK/Fabrikbrand in Pakistan: Vortragsreise von Betroffenen (Düsseldorf, Lippstadt, Bönen, Frankfurt)

Events_KiK_Pakistan_NRW_2016Juni.pdf (614,5 KiB)

„Weltrecht in Deutschland? Der Kongo-Kriegsverbrecherprozess: Erstes Verfahren nach dem Völkerstrafgesetzbuch“

Präsentation ECCHR-Bericht und Diskussion

8. Juni 2016, 18:30 bis 21:00, Brot für die Welt (Berlin)

 
13 Jahre Freiheitsstrafe für Ignace Murwanashyaka und acht Jahre für Straton Musoni: Damit endete im September 2015 der Prozess gegen die zwei ruandischen Anführer der Hutu-Miliz Forces démocratiques de libération du Rwanda (FDLR) am Oberlandesgericht in Stuttgart. Sie waren wegen Massaker an der Zivilbevölkerung im Osten der Demokratischen Republik Kongo angeklagt. Es war das erste Verfahren nach dem Völkerstrafgesetzbuch, das 2002 eingeführt wurde und das deutschen Gerichten ermöglicht, Völkerrechtsverbrechen zu untersuchen.
 
Das ECCHR hat den FDLR-Prozess seit seinem Beginn im Mai 2011 beobachtet. Nun stellt ECCHR-Mitarbeiter Dr. Patrick Kroker den Abschlussbericht „Weltrecht in Deutschland? Der Kongo-Kriegsverbrecherprozess: Erstes Verfahren nach dem Völkerstrafgesetzbuch“ vor. Der Bericht analysiert u.a. die Fragen: Taugt der Prozess als Modell für weitere Verfahren in Deutschland? Wie kann die Justiz die Defizite in der Aufarbeitung von Völkerstraftaten, vor allem bei Vorwürfen sexualisierter Gewalt, beheben? Welche Bedeutung hat das Völkerstrafrecht im weltweiten Kampf gegen die Straflosigkeit? 
 
Im Anschluss an die Vorstellung des Berichts und nach einer Begrüßung von Dr. Julia Duchrow (Brot für die Welt), diskutieren über den FDLR-Bericht und den Stand des Völkerstrafrechts in Deutschland: Christian Ritscher (Bundesanwalt beim Bundesgerichtshof), Silke Studzinsky (Council of Women's Rights in International Criminal Law), Géraldine Mattioli-Zeltner (Human Rights Watch) und Wolfgang Kaleck (ECCHR).
 
Es moderiert Gigi Deppe (Leiterin der ARD-Rechtsredaktion Hörfunk).
 
Die Veranstaltung findet teilweise auf Englisch ohne Übersetzung statt.
 
Im Anschluss an die Vorstellung des Berichts und die Diskussion laden das ECCHR und Brot für die Welt Sie herzlich zu einem kleinen Empfang ein.
 
Wir freuen uns über Ihr Kommen und bitten bis zum 3. Juni 2016 um Anmeldung unter: event@ecchr.eu, Stichwort “FDLR“.
(Bitte beachten Sie, dass wir keine Anmeldebestätigung verschicken)
 

"Come back safely"

Fotografien von Mohamed Badarne

Eröffnung am 19. Mai 2016, ECCHR-Büros in Berlin

Veranstalter: ECCHR (Zossener Str. 55-58, 10961 Berlin)
 
Tausende Arbeiter sterben jährlich auf den Baustellen der Welt, weil die Arbeitsbedingungen miserabel sind und ihre Sicherheit nicht gewährleistet ist. "Come back safely" porträtiert palästinensische Bauarbeiter. Die Ausstellung ist all jenen gewidmet, die von ihren Baustellen nicht mehr nach Hause zurückgekehrt sind, und jenen, die jeden Tag aufbrechen, um sich ein Leben in Würde aufzubauen.
 
Mohamed Badarne ist ein palästinensischer Fotograf, Aktivist und leitet als Dozent Workshops für NGOs, Bildungszentren und unabhängige Gruppen. Seine Bilder wurden zuletzt unter anderem bei der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) in Genf und im UN-Hauptsitz in New York ausgestellt.
 
Öffnungszeiten: Die Ausstellung ist ab dem 19. Mai 2016, Montag bis Freitag, 10 bis 16 Uhr geöffnet. Gesonderte Termine sind nach Vereinbarung unter info@ecchr.eu möglich.

"Artefacts of Extraordinary Rendition"

Das neue Buch von Crofton Black und Edmund Clark

Buchvorstellung am 03. Mai 2016 im ECCHR

mit
Crofton Black
Researcher and reporter at the Bureau of Investigative Journalism; CIA-expert
 
Andreas Schüller
Head of the International Crimes and Accountability program at ECCHR
 
Negative Publicity: Artefacts of Extraordinary Rendition, by counterterrorism investigator Crofton Black and photographer Edmund Clark, is a new book exploring the system of secret detention sites set up by the US Central Intelligence Agency to hold suspected terrorists after 9/11. It includes previously unpublished photographs and documents illuminating the network through which the covert detention program operated.
 
The work confronts the nature of contemporary warfare and the invisible mechanisms of state control and raises fundamental questions about the accountability and complicity of governments and corporations. Read more on the book here.
 
Crofton Black
is an expert on the CIA’s rendition, detention and interrogation program and a specialist in military and intelligence corporate contracting. He is a researcher and reporter at the Bureau of Investigative Journalism in London. 
Andreas Schüller
is head of the International Crimes and Accountability program at ECCHR. His work includes legal action on crimes committed in the name of counter-terrorism, including torture, rendition and drone strikes.
 
The event will be held in English with no translation.
 
We kindly ask that you register in advance at event@ecchr.eu.
(Note that no confirmation will be sent)

Zeit für Gerechtigkeit! Eine internationale Themenwoche der FES. Berlin, 25. -28.04. 2016

"Unternehmen vor Gericht. Globale Kämpfe für Menschenrechte"

Lesung und Diskussion am 28.4.2016 im taz.café

Was haben die NäherInnen einer abgebrannten Fabrik in Pakistan und GewerkschafterInnen in Kolumbien gemeinsam? Ihre Menschenrechte werden von weltweit tätigen Konzernen verletzt: Die TextilarbeiterInnen haben kein Recht auf soziale Sicherung und Entschädigung, den KolumbianerInnen bleibt ihr Recht auf Gewerkschaftsfreiheit verwehrt. Doch viele Betroffene nehmen dieses Unrecht nicht länger hin und wehren sich. 

Die Organisation European Center für Constitutional and Human Rights (ECCHR) unterstützt sie dabei und interveniert gegen deutsche Unternehmen wie den deutschen Textilhersteller KiK oder den transnationalen Lebensmittelkonzern Nestlé. 

Anhand von Einzelfällen beschreiben die AutorInnen Wolfgang Kaleck und Dr. Miriam Saage-Maaß, die in leitender Funktion für das ECCHR arbeiten, die Arbeit ihrer Organisation und die von MenschenrechtsanwältInnen weltweit. Dabei schildern sie, wie Betroffene und AktivistInnen im globalen Süden ihren sozialen und politischen Kampf zunehmend auch mit rechtlichen Mitteln führen: Neben Streiks und Protesten zwingen auch juristische Verfahren die Firmen zum Umdenken. 

Nach einer Lesung von Gero Bergmann, Schauspieler, aus ihrem neuen Buch „Unternehmen vor Gericht. Globale Kämpfe für die Menschenrechte“ (Verlag Klaus Wagenbach) diskutiert Frederike Boll, FES mit Dr. Bärbel Kofler, Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung und den AutorInnen Kaleck und Dr. Saage-Maaß.

Justitia

Wann und Wo?

Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 28. April 2016 von 18:00-20:00 Uhr im taz.café, Rudi-Dutschke-Str. 23 in 10969 Berlin statt.

 

Lageplan

http://www.taz.de/zeitung/tazcafe

 

Weitere Informationen

Aktuelle Informationen finden Sie unter fes.de/gerechtigkeitswoche/ oder in unserem Flyer.

 

Schon angemeldet?

Bitte melden Sie sich bis zum 21.04.2016 online über das Anmeldeformular zur Veranstaltung an - oder per Email an gerechtigkeitswoche@fes.de.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an: Susanne Böhme, Susanne.Boehme@fes.de, Tel.+49(0)30-26935-7416.

 

Der politische und juristische Kampf gegen die Straflosigkeit der Diktaturverbrechen in Argentinien

Gemeinsame Konferenz von ECCHR und Brot für die Welt

21. April 2016, 17:00 bis 21:00, Brot für die Welt (Berlin)

 
Spät, dafür aber weltweit bisher beispielhaft, hat Argentinien das „Verschwindenlassen“, die Folter, Verfolgung und Ermordung von mehr als 30.000 Menschen während der Militärdiktatur in gesellschaftlichen und juristischen Prozessen aufgearbeitet. Seit 2005 sind fast 600 Täter – Militärs, Polizisten und Zivilisten – verurteilt worden. Allein die Aufarbeitung der Komplizenschaft von Unternehmen verläuft schleppend.
 
Gemeinsam mit Betroffenen, ZeitzeugInnen, Aktivisten und JuristInnen aus Argentinien und mit Ihnen wollen wir u. a. folgende Fragen diskutieren: Welche juristischen und politischen Mittel nutzte die argentinische Zivilgesellschaft im Kampf gegen die Straflosigkeit? Welche Strategien waren erfolgreich? Kann die Aufarbeitung in Argentinien für andere Länder Modellcharakter haben? Und wir wollen in die Zukunft blicken: Welche Folgen hat die Wahl des rechtskonservativen Präsidenten Mauricio Macri für die weitere juristische Aufarbeitung der Diktaturverbrechen?
 
Nach einem schriftlichen Grußwort von Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin (Bundesjustizministerin a.D) und einer filmischen Einführung durch Jeanine Meerapfel (Präsidentin der Berliner Akademie der Künste und Filmemacherin) diskutieren:
 
Marianela Galli (Tochter und Enkelin von „Verschwundenen“ und Soziologin), Kuno Hauck (Pastor und Koalition gegen die Straflosigkeit), Gabriel Pereira (stellvertretender Direktor von ANDHES, Klägerorganisation in den Verfahren wegen Diktaturverbrechen in Tucumán), Daniel Rafecas (Bundesrichter in Buenos Aires) Prof. Maristella Svampa (Soziologin und Autorin, Universidad Nacional de La Plata), Horacio Verbitsky (Direktor des Centro de Estudios Legales y Sociales in Buenos Aires und Autor), Rodolfo Yanzón (Rechtsanwalt in Buenos Aires, beteiligt am Verfahren zur Folter in der Militärschule ESMA) sowie Danuta Sacher (Abteilungsleiterin Lateinamerika, Brot für die Welt) und Wolfgang Kaleck (Generalsekretär ECCHR).
 
Es moderieren: Peter Burghardt (Süddeutsche Zeitung) und Bernd Pickert (taz)
 
Die Konferenz findet auf Spanisch mit Simultanübersetzung ins Deutsche statt
 
Das ECCHR und Brot für die Welt freuen sich über Kommen und bitten um um Anmeldung unter: event@ecchr.eu
(Bitte beachten Sie, dass wir keine Anmeldebestätigung verschicken)

Konferenzbericht "Der politische und juristische Kampf gegen die Straflosigkeit der Diktaturverbrechen in Argentinien", 21. April 2016, Berlin

Argentinien_Konferenzbericht_20160421.pdf (212,5 KiB)

"Unternehmen vor Gericht. Globale Kämpfe für Menschenrechte"

6. März 2016 um 12:00 Uhr in der "Bar jeder Vernunft" in Berlin

mit:
 
Wolfgang Kaleck
Rechtsanwalt, Autor und Generalsekretär des ECCHR
Dr. Miriam Saage-Maaß
Juristin, Autorin und stellvertretende Legal Director des ECCHR
Michael Windfuhr
Stellvertretender Direktor des Deutschen Insitituts für Menschenrechte
 
Am 1. März erscheint „Unternehmen vor Gericht. Globale Kämpfe für Menschenrechte“ (Verlag Klaus Wagenbach), das neue gemeinsame Buch von Wolfgang Kaleck, Generalsekretär des ECCHR und Dr. Miriam Saage-Maaß, stellvertretende Legal Director des ECCHR.
 
ArbeiterInnen in Bangladesch, GewerkschafterInnen in Kolumbien und BäuerInnen im Sudan nehmen die Verbrechen mächtiger Unternehmen nicht länger hin. Vor Gerichten setzen sie sich zur Wehr und fordern ihre Rechte ein - auch in Europa. Das ECCHR unterstützt sie dabei und interveniert gegen deutsche Unternehmen wie den Textilhersteller KiK und das Ingenieurunternehmen Lahmeyer, gegen Konzerne wie Nestlé, Pharmafirmen wie GlaxoSmithKlein oder das transnationale Holzunternehmen Danzer Group.
 
Anhand von Einzelfällen beschreiben Kaleck und Saage-Maaß die Arbeit des ECCHR und von Menschenrechtsanwälten weltweit. Und sie schildern, wie Menschenrechtsorganisationen und soziale Bewegungen juristische Arbeit in ihren politischen und sozialen Kampf integrieren: Neben Streiks und Protesten zwingen auch juristische Verfahren die Firmen zum Umdenken.
 
Bei einer Matinee am 6. März um 12:00 Uhr in der „Bar jeder Vernunft“ in Berlin stellen Kaleck und Saage-Maaß ihr Buch vor und diskutieren darüber mit Michael Windfuhr, stellvertretender Direktor des Deutschen Instituts für Menschenrechte (DIMR).
 
Wir freuen uns auf Ihr Kommen und bitten um Anmeldung unter info@ecchr.eu.
(Bitte beachten Sie, dass wir keine Anmeldebestätigung verschicken)

Schlagwörter

  • Wolfgang Kaleck Miriam Saage-Maaß ECCHR

Colonia Dignidad: Hinkt die Justiz in Deutschland der Aufarbeitung in Chile hinterher?

22. Februar 2016 um 19:30 Uhr im ECCHR

mit:
 
Winfried Hempel, Vertreter zahlreicher Opfer der Colonia Dignidad
 
Magdalena Garcés, Rechtsanwältin in Chile
 
Petra Schlagenhauf, Rechtsanwältin in Deutschland
 
Andreas Schüller, ECCHR
 
Folter und Misshandlungen in der Colonia Dignidad: Was der aktuelle Kinofilm „Colonia Dignidad – Es gibt kein Zurück“ aufgreift, vernachlässigt die Justiz in Deutschland seit Jahren. Die auslandsdeutsche Siedlung in Chile war Ort schwerster Menschenrechtsverletzungen, Gegner des Pinochet-Regimes verschwanden dort, wurden gefoltert und ermordet. Die Überlebenden und Angehörigen der Opfer dieser Verbrechen fordern juristische Aufklärung – sowohl in Chile als auch in Deutschland. Die Verfahren in Chile sind in den vergangenen Jahren vorangekommen. Doch Hartmut Hopp – Arzt und rechte Hand von Sektenführer Paul Schäfer – lebt von der deutschen Justiz unbehelligt in Krefeld. Hopp wurde 2011 in Chile wegen Beihilfe zu sexuellem Missbrauch von Minderjährigen zu fünf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, der er sich durch Flucht nach Deutschland entzog. Gemeinsam mit Betroffenen und der Rechtsanwältin Petra Schlagenhauf reichte das ECCHR 2011 bei der Staatsanwaltschaft Krefeld Strafanzeige gegen Hopp ein.
 
Über die juristischen Verfahren in Chile und Deutschland sowie über andere Initiativen der Betroffenen der Colonia Dignidad diskutieren wir mit:
 
Winfried Hempel ist in der Colonia Dignidad aufgewachsen, heute vertritt er chilenische und deutsche Opfer der Colonia Dignidad.
 
Magdalena Garcés ist Mitglied der Asociacion por la Memoria y los Derechos Humanos Colonia Dignidad in Santiago de Chile. Die Rechtsanwältin vertritt die Nebenklage in den chilenischen Verfahren zu den in der Sektensiedlung “Verschwundenen”.
 
Petra Schlagenhauf ist Rechtsanwältin aus Berlin und Vorsitzende des Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika e.V. (FDCL). Sie vertritt Überlebende der Verbrechen in der Colonia Dignidad in dem Verfahren in Krefeld.  
 
Andreas Schüller leitet den Programmbereich Völkerstraftaten und rechtliche Verantwortung des ECCHR.
 
Wir freuen uns auf Ihr Kommen und bitten um Anmeldung unter info@ecchr.eu.
(Bitte beachten Sie, dass wir keine Anmeldebestätigung verschicken)



"Tränengas, Gummigeschosse und Zäune: Hat Europa irgendetwas durch die Toten von Ceuta gelernt?"

15. Februar 2016 um 19:00 Uhr im ECCHR

mit:
 
Liliane Zebaze, Aktivistin und Überlebende von Ceuta
 
Aboubakar Sidibe, Aktivist
 
Mikel Konate, Journalist
 
Hanaa Hakiki, ECCHR
 
Mindestens 15 Tote und viele Verletzte: Das war die Bilanz des Einsatzes spanischer Grenzbeamter am 6. Februar 2014 an der Grenze zwischen Marokko und der spanischen Exklave Ceuta. Die Beamte gingen mit Tränengas, Gummigeschossen und Schlagstöcken gegen eine Gruppe von Geflüchteten vor, als diese versuchten vom Meer aus schwimmend die Grenze zu überwinden. Strafrechtliche oder gar politische Konsequenzen hatte die tödliche „Grenzschutz-Aktion“ bislang nicht. Im Gegenteil: Das Ermittlungsverfahren gegen die beschuldigten Beamten stellte eine spanische Richterin ein. Über die Beschwerde, die ein Kooperationsanwalt des ECCHR dagegen eingereicht hat, ist noch nicht entschieden. Und: Die spanische Praxis unrechtmäßiger und häufig auch brutaler Push Backs ist regelrecht zum Modell für die Abwehr von Geflüchteten an den EU-Außengrenzen geworden. Das belegen die Berichte über gewalttätige Einsätze entlang der Grenzzäune in Ungarn oder Bulgarien.
 
Liliane Zebaze, Zeugin und Überlebende des Push Backs in Ceuta, wird berichten, wie schwierig es für die Betroffene ist, sich am Ermittlungsverfahren zu beteiligen.
 
Aboubakar Sidibe verbrachte mehrere Monate in Geflüchteten-Camps am Berg Gourougou nahe der spanischen Exklave Melilla und setzt sich für die Rechte von Geflüchteten ein.
 
Mikel Konate, Journalist aus Madrid, hat die Situation an den spanischen Exklaven in Nordafrika ebenso wie an der ungarisch-serbischen Grenze und auf der griechischen Insel Lesbos dokumentiert. Er wird über Gemeinsamkeiten und Unterschiede an den EU-Außengrenzen berichten.
 
Hanaa Hakiki ist Juristin und arbeitet im Programmbereich „Völkerstraftaten und rechtliche Verantwortung“ des ECCHR an der juristischen Aufarbeitung von Push Backs.
 
Achtung! Die Veranstaltung findet in Englischer Sprache ohne Übersetzung statt.
 
Wir freuen uns auf Ihr Kommen und bitten um Anmeldung unter info@ecchr.eu.
(Bitte beachten Sie, dass wir keine Anmeldebestätigung verschicken)
 
 

"Who steals their stories?" - Race, rights and representation

8. Februar 2016 um 19:00 Uhr im ECCHR

mit:
 
Mark Sealy
, Director of Autograph Association of Black Photographers
  
Julia Duchrow, Brot für die Welt
 
Imran Ayata, activist and founder of Kanak Attack
 
Wolfgang Kaleck, General Secretary ECCHR
 
“Images can dehumanise us. They can make it easier to kill people,” says Mark Sealy, the director of Autograph ABP, the Association of Black Photographers. As a photographer, curator and cultural historian Sealy has a special interest in the relationship of photography to social change, identity politics and human rights. When actors from the Global North work with or on behalf of actors in the Global South, they inevitably reproduce structures of power asymmetry and cultural violence – they “steal” the story of the ones they mean to represent.
 
At ECCHR Sealy will discuss and debate with representatives of the “thieves” – lawyers, artists, academics and human rights activists – the crucial issues of power asymmetry and instrumentalization in their fields of work.
The goal is to discuss these issues as they arise in different professions, including the law, and to draw lessons and parallels from disciplines that have dealt with such questions for a long time already, such as photography.
 
The event will be held in English with no translation.
 
If you wish to attend the event please register via info@ecchr.eu
 
 

"Menschenrechtsbewegung in Deutschland - Wie weit reicht der politische Einfluss?"

2. Februar 2016 um 13:30 Uhr im ECCHR

Themenschwerpunkt im "Forschungsjournal Soziale Bewegungen" Heft 4/2015

mit:
 
Ansgar Klein, Herausgeber des „Forschungsjournal Soziale Bewegungen”
Wolfgang Kaleck, Gast-Herausgeber des Themenschwerpunkts
Carolijn Terwindt, Autorin im Themenschwerpunkt
 
Aktivistengruppen, Netzwerke, Organisationen – von Deutschland aus beteiligen sich diverse zivilgesellschaftliche Akteure an örtlichen und transnationalen sozialen Kämpfen zur Verteidigung der Menschenrechte. Bewegungsgeschichtlich oder theoretisch-kritisch ist die deutsche Menschenrechtsbewegung bisher aber nicht umfassend untersucht. Der Themenschwerpunkt „Menschenrechtsbewegung in Deutschland“ des aktuellen Forschungsjournals möchte einen Beitrag leisten, um diese Lücke zu füllen. Darüber hinaus will das Heft Anstöße zur kritischen Selbstreflektion der Menschenrechtsszene geben.
 
Worin liegt das emanzipatorische Potential der Menschenrechte? Reflektiert die Menschenrechtsbewegung in Deutschland aktuelle politische, rechtliche und postkoloniale Theorien und Kritiken? Welche Rolle spielt die transnationale Zusammenarbeit?
 
Ansgar Klein ist Soziologe und Politikwissenschaftler sowie Mitherausgeber des von ihm mitbegründeten „Forschungsjournal Soziale Bewegungen – Analysen zu Demokratie und Zivilgesellschaft“. Er wird das Hintergrundgespräch moderieren.
 
Wolfgang Kaleck ist Rechtsanwalt und Generalsekretär des ECCHR. Als Gast-Herausgeber des Themenschwerpunkts zielt er darauf, das politische Selbstverständnis der Menschenrechtsszene in Deutschland zu hinterfragen.
 
Carolijn Terwindt arbeitet im ECCHR-Programmbereich „Wirtschaft und Menschen-rechte“. Im Artikel „Auf dem Weg zu einer funktionierenden transnationalen Zusammenarbeit auf Augenhöhe“ beleuchtet sie mit Alejandra Ancheita von ProDESC aus Mexiko die Zusammenarbeit zivilgesellschaftlicher Akteure aus dem globalen Süden und Norden.
 
Wir freuen uns auf Ihr Kommen und bitten um Anmeldung unter info@ecchr.eu.