Verschwindenlassen als Verstoß gegen die Menschenrechte - (K)ein Problem für Deutschland?

Bremer Landesvertretung, Berlin, 25. April 2012, 19.00 - 20.30 Uhr

Eine Veranstaltung des Deutschen Instituts für Menschenrechte

Im Dezember 2010 trat nach drei Jahrzehnten Verhandlung das jüngste Menschenrechtsabkommen der Vereinten Nationen in Kraft, die UN-Konvention gegen das gewaltsame Verschwindenlassen. Diese soll den Schutz gegen das Verschwindenlassen stärken, das in vielen Ländern immer noch systematisch praktiziert wird. Die Entdeckung neuer Massengräber, wie beispielsweise in Libyen, oder das unbekannte Schicksal zahlreicher Menschen in Syrien zeigen, wie aktuell und bedeutend dieses Thema ist. Dennoch haben bisher lediglich 91 Staaten die Konvention unterzeichnet und erst 31 haben sie ratifiziert. Deutschland hat die Konvention unterstützt und am 24. September 2009 ratifiziert, bislang jedoch noch keine Erklärung zur Anerkennung der vollständigen Kompetenzen des Ausschusses nach Art. 31 – Behandlung von Individualbeschwerden – der Konvention abgegeben.

Was muss getan werden, um die Konvention zu einem möglichst wirkungsvollen Instrument gegen das Verbrechen des gewaltsamen Verschwindenlassens zu machen? Diese und anderen Fragen werden in Vortrag und Diskussion erörtert.

Für Vortrag und Diskussion bieten wir Simultanübersetzung ins Englische an.


Programm

19:00 – 19:30 Uhr Vortrag
Die UN-Konvention gegen Verschwindenlassen: Herausforderungen für Recht und Politik - auch in Deutschland
Prof. Dr. Beate Rudolf
, Direktorin des Deutschen Instituts für Menschenrechte, Berlin

19:30 – 20:30 Uhr Diskussion
Prof. Emmanuel Decaux
, Vorsitzender des Ausschusses zur UN-Konvention gegen Verschwindenlassen, Paris

Wolfgang Kaleck, Rechtsanwalt, Generalsekretär des European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR), Berlin

Alirio Uribe Muñoz, Rechtsanwalt, José Alvear Restrepo Lawyers' Collective (CCAJAR), Bogotá Kolumbien

Prof. Dr. Beate Rudolf, Direktorin des Deutschen Instituts für Menschenrechte, Berlin

Dr. Almut Wittling-Vogel, Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtsfragen, Bundesministerium der Justiz, Berlin

Moderation:
Michael Windfuhr
, Stellvertretender Direktor des Deutschen Instituts für Menschenrechte, Berlin

20:30 Uhr Empfang mit Wein und Brezeln


Ort:
Bremer Landesvertretung, Hiroshimastraße 24, 10785 Berlin

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