Eine Frage des Überlebens. Stanislaw Markelow über Rechtsstaat und Rechtsbruch, Nationalismus und Neonazismus und soziale Bewegungen in Russland

ECCHR-Büro, 18. Juni 2012, 19.00 Uhr

Buchpräsentation mit dem Soziologen Aleksandr Bibkow, der Mitherausgeberin Ute Weinmann und Andreas Schüller (ECCHR)

In diesem Frühjahr veröffentlichte das Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung e.V. gemeinsam mit dem Deutsch-Russischen Austausch e.V. erstmals eine Auswahl an Publikationen des russischen Anwalts Stanislaw Markelow in deutscher Sprache. Stanislaw Markelow hat als Anwalt Hervorragendes geleistet, in Deutschland nahm ihn eine breitere Öffentlichkeit allerdings erst nach seiner Ermordung im Januar 2009 wahr. Seine Berufsbiografie enthält zahlreiche spektakuläre Fälle, u.a. gelang ihm erstmals die Verurteilung eines Angehörigen der Russischen Föderalen Streitkräfte aufgrund der Beteiligung am „Verschwinden“ eines Bewohners der russischen Kaukasusrepublik Tschetschenien.
 
Aber er beschränkte sich nicht nur auf seine Berufsausübung, sondern engagierte sich darüber hinaus in den sozialen Bewegungen und beteiligte sich an Umweltprotesten. Theoretische Reflexionen und historische Bezüge waren für ihn eng mit seiner Praxis als Anwalt und politischer Aktivist verknüpft. Diese Vielschichtigkeit seiner Persönlichkeit geht aus seinen zahlreichen Publikationen hervor, darunter Kommentare, Reden, Streitschriften und für diverse Zeitschriften verfasste Beiträge. Eine Auswahl davon fand Eingang in die nun auf Deutsch vorliegende Buchpublikation.
 
Die Abendveranstaltung geht auf die Person Stanislaw Markelow, einige biografische Details, seine berufliche Tätigkeit und seinen politischen Hintergrund ein. Darüber versuchen die Referentin und der Referent einen Bezug von Markelows Wirken und seinen Analysen zu den derzeit anhaltenden Protesten in Russland herzustellen. Der Focus liegt dabei auf dem für Stanislaw Markelow typischen Ansatz, unterschiedlichste politische und gesellschaftliche Gruppen anzusprechen und deren Kooperation untereinander zu fördern. Um diesen Punkt näher zu beleuchten, wird ein Einblick in die Moskauer Proteste der letzten Monate gegeben – über deren Zusammensetzung und Zielsetzungen.
 
Die Publikation des Buches wurde realisiert aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin und der Marion-Dönhoff-Stiftung. Es kann beim Bildungswerk unter der Mailadresse info@bildungswerk-boell.de kostenlos angefordert werden.
       
Die Präsentation findet als Kooperationsveranstaltung des Bildungswerks der Heinrich-Böll-Stiftung mit dem Deutsch-Russischen Austausch e.V. und dem European Center for Constitutional and Human Rights e.V. (ECCHR) statt.
 
Wir bitten um Anmeldung unter info@ecchr.eu und freuen uns auf Ihr Kommen!

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