Späte Genugtuung: Urteil im Fall Elisabeth Käsemann
Prozesseröffnung im Fall Elisabeth Käsemann
Am 26.
Februar 2010 wurde vor dem 4. Bundesgericht in Buenos Aires der Prozess wegen
Fällen von Folter und Mord im Haftlager „El Vesubio" eröffnet. In diesem
Lager war auch die junge Deutsche Elisabeth Käsemann nach ihrer Entführung am
9. März 1977 inhaftiert und gefoltert worden. Am 24. Mai desselben Jahres wurde
Elisabeth Käsemann zusammen mit 15 anderen Gefangenen in Monte Grande mit vier
Schüssen ermordet.
Interviews mit Wolfgang Kaleck zu den laufenden Prozessen in Argentinien und zum Fall Käsemann finden Sie hier.
Eintreten für die Opfer - Interview mit dem Rechtsanwalt Rodolfo Yanzon
Rodolfo Yanzon ist der
langjährige Rechtsanwalt der deutschen Folteropfer und Verschwundenen in
Argentinien. Er vertritt darüber hinaus zahlreiche Verletzte in allen großen
Diktaturverfahren. Auf Einladung des ECCHR befand er sich im November 2009 in
Brüssel und Berlin, wo das vorliegende Interview mit ihm geführt wurde.
Die Bedeutung der Diktaturstrafverfahren für die argentinische Gesellschaft
Die psychologische Bedeutung der Prozesse
Im Menschenrechtssekretariat des argentinischen Justizministerium leitet
Fabiana Rousseaux ein Projekt, das sich mit den bis heute andauernden
Folgen der Militärdiktatur auseinandersetzt. Im Mittelpunkt der Arbeit
steht die Unterstützung für Folteropfer und ihre Familien. Diese werden
psychologisch betreut und bei ihren Aussagen bei Gericht begleitet. Das
Projekt will die flächendeckende medizinische Versorgung der von Folter
Betroffenen durch den argentinischen Staat durchsetzen.
Das Versagen des Auswärtigen Amtes
Die verschwundenen Arbeiter von Mercedes Benz
In dem Verfahren wegen des geheimen Haftlagers Campo de Mayo werden auffallend viele Fälle von Opfern mit gewerkschaftlichem Hintergrund verhandelt. Einer der Nebenkläger und insgesamt 130 Zeugen ist Héctor Ratto, ein ehemaliger Gewerkschaftsaktivist bei Mercedes-Benz in González Catán. Innerhalb des Mercedes-Werkes gab es einen starken unabhängigen Betriebsrat, der sich für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen einsetzte. Ratto wurde selber im August 1977 entführt und gefoltert und wurde dabei Augenzeuge illegaler Gefangennahmen und Verschleppungen einiger seiner Kollegen, die teilweise unter Beteiligung von Managern des Unternehmens geschahen.
Späte Genugtuung
Interview mit Herta Däubler-Gmelin über Argentinien und das internationale Strafrecht
Herta Däubler-Gmelin -
Rechtsanwältin, Dr. jur, Prof. h.c. (FU Berlin) im Gespräch über die Verfolgung
von Menschenrechtsverletzungen damals und heute. Von 1972 bis 2009 war sie
Mitglied des Deutschen Bundestages, zuletzt von 2005 bis 2009 Vorsitzende des
Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe. In ihrer Amtszeit als
Bundesjustizministerin (1998-2002) wurde das Völkerstrafgesetzbuch
verabschiedet.